18. Juli 2026

Hitze, Blitze, Basstölpel: Warum sich das frühe Aufstehen auf Helgoland immer lohnt

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Was für ein Moment, Gewitter, Sonne und Basstölpel
Canon EOS R5 Mark II + Canon RF 14-35mm 4.0 L IS 

Helgoland und Vogelfotografie vom Feinsten – genau das stand für mich wieder auf dem Programm. Schon am Mittwoch ging meine Anreise nach Cuxhaven los, wo ich eine recht unspektakuläre Nacht verbrachte, bevor es am Donnerstag mit der Fähre endlich rüber nach Helgoland ging. Bereits an Bord hat sich der Großteil der Workshop Truppe getroffen. Das Schöne an solchen Momenten ist, dass man direkt entspannt in die Wochenendstimmung starten und sich in aller Ruhe kennenlernen kann. Während drüben auf dem Festland eine absolute Hitzewelle mit Rekordwerten von über 41 °C in meiner Heimatstadt herrschte, hatten wir das riesige Glück, die Tage auf der Insel bei maximal 28 °C verbringen zu dürfen. Zugegeben, für Helgoländer Verhältnisse ist das immer noch extrem heiß, aber im Vergleich war es ein echter Segen.
Wir haben keine Zeit verloren und sind sofort am Donnerstag nach der Ankunft eingestiegen. Bevor man blind losrennt, steht bei mir auf den Workshops immer erst das gemeinsame technische Eingrooven an. Es bringt nichts, das dickste Teleobjektiv dabeizuhaben, wenn der Autofokus im entscheidenden Moment falsch konfiguriert ist. Also haben wir die Setups gecheckt und viel individuell umgestellt an den Kameras. Dabei gibt es kein richtig und falsch, es geht darum für die jeweiligen Bedürfnisse die besten Einstellungen zu finden, sodass diese zu jedem Fotografierenden passen.
Unser erster Anlaufpunkt waren dann natürlich auch direkt die Basstölpel an der Langen Anna. Es war einfach fantastisch! Allerdings hatten wir nicht nur warmes Abendlicht, sondern phasenweise auch richtig gleißenden, harten Sonnenschein. Das ist Fluch und Segen zugleich: Das weiße Gefieder der Basstölpel frisst im harten Licht unglaublich schnell aus, während die dunklen Bereiche im tiefen Schatten versinken. Da hilft nur eines: abwarten bis das Licht besser wird und das Naturschauspiel genießen. Gerade deshalb waren die Tagesrandzeiten für uns Gold wert.

Hartes Licht, Harte Schatten, Harter Anschnitt
Canon EOS R5 II + Canon RF 70-200mm 2.8 L IS Z

Schattenseite, Blumen und Tölpel
Canon EOS R5 II + Canon RF 400mm 2.8 L IS

Geistervogel mit 1/32.000sek
Canon EOS R5 II + Canon RF 100-400mm 5.6-8.0 IS

Am nächsten Morgen hieß es dann: Quälen für die besten Bedingungen. Um 4:15 Uhr morgens Treffpunkt, damit wir pünktlich zum ersten Licht an den Klippen standen. Und was soll ich sagen? Sonne, Sonne, Sonne pur. Das ging bis Samstagmittag so durch. Wenn das Licht am späten Morgen zu hart wird, nutzen wir die Zeit für Frühstück, Mittagsschlaf und Theorie, um das Beste herauszuholen.
Am Samstagmittag konnten wir auf der Düne eine absolute Rarität beobachten, eigentlich wollten wir Austernfischer und Sandregenpfeifer fotografieren, doch bekommen haben wir die Gelbkopf-Schafstelze, eine echte Seltenheit.

Gelbkopf Schafstelze auf Helgoland
Canon EOS R5 II + Canon RF 100-400mm 5.6-8.0 IS

Nach überlebter Vogelgrippe haben viele Vögel schwarze Augen bekommen, die Schwärze löst sich langsam in Sprenkeln.
Canon EOS R5 II + Canon RF 400mm 2.8 L IS

Makro
Canon EOS R5 II + Canon Extender 2X + Canon RF 100-400mm 5.6-8.0 IS

Der absolute Knaller wartete dann aber am Samstagabend auf uns. Der Himmel lieferte ein Farbspektakel ab, das man kaum in Worte fassen kann. Erst dieses unfassbar intensive, rote Licht der aufgehenden Sonne, das sich dann mit heranziehenden, tiefdunklen Gewitterwolken mischte. Diese extremen Kontraste aus dramatischem, düsterem Himmel und den hellen Vögeln im Vordergrund sind der absolute Traum jedes Naturfotografen. Dazu tanzten Blitze im Hintergrund. Das Finale war dann etwas fürs Herz und nicht für die Kamera, denn der Sonnenball, der ins Meer fiel wirkte absolut surreal wie aus einer anderen Welt.
In der darauffolgenden Nacht schlug das Wetter dann komplett um. Ein krasses Gewitter zog auf – Blitze, Donner und sintflutartige Niederschläge. Das gehört zur echten Naturfotografie eben auch dazu.

Das Gewitter zieht auf
Canon EOS R5 Mark II + Canon RF 14-35mm 4.0 L IS 

Durch die anderen Vögel durch fotografiert.
Canon EOS R5 II + Canon RF 70-200mm 2.8 L IS Z

Sonne und Regen
Canon EOS R5 II + Canon RF 70-200mm 2.8 L IS Z

Mitten im Gewitter
Canon EOS R5 II + Canon RF 135mm 1,8 L IS

Perfektes Abendlicht
Canon EOS R5 II + Canon RF 135mm 1,8 L IS

Am letzten Morgen war an Fotografieren draußen überhaupt nicht mehr zu denken. Aber statt Trübsal zu blasen, haben wir die Zeit optimal genutzt, ausgeschlafen bis kurz vor 6 und danach haben wir uns im Trockenen zusammengesetzt, die Bilder gesichtet, radikal aussortiert und mit der Bildbearbeitung begonnen. Danach Montag ging es dann mit der Fähre leider wieder zurück aufs Festland. Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal von ganzem Herzen bei allen Teilnehmern für dieses geniale, intensive Wochenende und den tollen Austausch bedanken! Die Stimmung in der Gruppe war trotz der Hitze und des nächtlichen Unwetters einfach überragend.

Wenn du im nächsten Jahr auch mal Lust hast, intensiv mit mir an deinen Bildern zu arbeiten, dich technisch weiterzuentwickeln und die Tierwelt Helgolands hautnah zu erleben, schau gerne mal vorbei – meine aktuellen Workshop-Termine findest du immer direkt auf meiner Website.

Highkey zwischen Blumen
Canon EOS R5 II + Canon RF 70-200mm 2.8 L IS Z

Hächeln in der Hitze
Canon EOS R5 II + Canon RF 400mm 2.8 L IS

Blumentraum
Canon EOS R5 II + Canon RF 135mm 1,8 L IS

Gefieder an Unschärfekreisen
Canon EOS R5 II + Canon RF 70-200mm 2.8 L IS Z

Zartes Abendlicht
Canon EOS R5 II + Canon RF 135mm 1,8 L IS

Der erste Flug des Morgens 
Canon EOS R5 II + Canon RF 400mm 2.8 L IS

Spotlight an Blumen und Vogelschiss
Canon EOS R5 II + Canon RF 400mm 2.8 L IS

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