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Canon EOS R5 Test und Erfahrungen Tierfotografie und Naturfotografie – der Gamechanger?

11. Mai 2021

Blogtalk, Bohnensack, Erfahrungsbericht, Kameratest, Podcast


Das Klappdisplay der Canon EOS R5 und ich sind inzwischen beste Freunde!

 

 

 

Inzwischen habe ich meine Canon EOS R5 seit gut 10 Monaten im Einsatz, es ist Zeit ein erstes Fazit zu ziehen und sich zu Fragen, wie gut eignet sich die Canon EOS R5 für Wildlife Fotografie, für Landschaftsfotografie, für Makrofotografie oder einfach gesagt für die Naturfotografie. In den letzten Monaten habe ich Tausende Bilder gemacht und Eindrücke gesammelt.

#Transparenz meine Canon EOS R5 habe ich wie immer direkt bei AC-Foto gekauft und bezahlt. Es ist also keine bezahlte Werbung. Wobei, wenn ich 4500 EUR in etwas investiere, so sollte mein Ergebnis doch positiv sein, damit ich sagen kann, ich habe mein Geld sinnvoll investiert oder nicht?
#MeineMeinung dieser Blogeintrag ist mir sehr subjektiv gelungen. Wer ein objektives Review sucht, der sollte an dieser Stelle sein Browserfenster schließen. Vielen Dank.

Warum dieser Erfahrungsbericht so lange gedauert hat?
Nun ich möchte zum einen fundiert etwas sagen können und ich hatte ein Paar Herausforderungen, denen ich auf den Grund gehen wollte, damit ich in diesem Artikel nicht ständig korrigieren und updaten muss. Im Endeffekt fallen mir viele Problemchen eben erst auf, wenn ich wirklich lange mit einer Kamera fotografiert habe.

Adapter Canon EF zu RF?
Wegen der ständigen Fragen, der Canon EF auf RF Adapter ist geil. Er ist wirklich hervorragend verarbeitet und inzwischen vertraue ich ihm so weit, dass ich sogar schwere Objektive daran runterbaumeln lasse. Der Adapter funktioniert wie eine eins und war bis heute 100% zuverlässig.
Warum geht RF nicht an EF? Das ist keine bösartige Verschwörung, sondern bauartbedingt der Fall. EF Objektive sind für Spiegelreflexkameras konzipiert und der Adapter ist nur dafür da, den Abstand vom Sensor zu vergrößern, damit der Brennpunkt sauber auf den Sensor fällt. Ein RF Objektiv könne man an EF nur dann adaptieren, wenn wir den Abstand verringern könnten. Also den Spiegel und einen Teil des Gehäuses wegschneiden könnten. Da das nicht so einfach geht, kann ein RF Objektiv NIEMALS an eine EF Kamera adaptiert werden. Die gemeine Verschwörung der Physik steckt dahinter.

 

Canon EOS R5, links ohne Adapter, rechts das adaptierte Canon 200mm 2.0 L IS

 

Unterschiede Canon EOS R5 und R6
Fangen wir mit den Unterschieden zwischen Canon EOS R5 und R6 an. Diese habe ich einfach aus meinem Erfahrungsbericht zur Canon EOS R6 rauskopiert. Da hierzu aber am meisten Fragen kommen, muss ich dies hier ergänzen.
Grundlegend sind die Canon EOS R5 und Canon EOS R6 sehr ähnlich mit 12 Bilder pro Sekunde mechanisch, 20 Bilder pro Sekunde elektronisch, gleichem Prozessor, fast identischer Bedienelemente, gleichem Akku, Klappdisplay und Ausmaßen. Die Unterschiede bestehen vor allem in den Bereichen:

  • 45 Megapixel der EOS R5 vs. 20 Megapixel der EOS R6
  • 8K Video + 4K 120p der EOS R5 vs. 4K 60p der EOS R6
  • Sucher 5,76 Millionen Pixel der EOS R5 vs. 3,69 Millionen Pixel der EOS R6
  • Display 3,2 Zoll mit 2,1 Millionen Pixel der EOS R5 vs. 3 Zoll Display mit 1,62 Millionen Pixel der EOS R6
  • CFExpress + SD-Karten Slot der EOS R5 vs. Dual SD-Karten Slot der EOS R6
  • Kabelauslöser RS-80N3 der EOS R5 vs. RS-60E3 der EOS R6
  • Digitales Wahlrad + Top Display der EOS R5 vs. Modus-Wahlrad der EOS R6
  • 4499 EUR EOS R5 vs. 2699 EUR EOS R6

Hinzu kommen einige Details in den Einstellungen, die bei der Canon EOS R6 ggf. nicht vorhanden sind oder die sich unterscheiden durch Modus-Wahlrad oder Top-Display. Oder auch die Möglichkeit die Einstellung der R5 auf einer Speicherkarte zu speichern, was bei der R6 nicht möglich ist. Zudem ist die Canon EOS R5 gefühlt ein kleines Ticken schneller an einigen Stellen.

 

Dauerregen und harter Einsatz, die Canon EOS R5 schlägt sich wie eine echte Canon 5er.

Bedienung und Haptik:
Die Canon EOS R5 liegt super in der Hand und macht richtig, richtig Laune. Die Haptik ist sehr gut, die Kamera liegt gut in der Hand und die Bedienung ist top. Sie fasst sich am AF-On Button ein Ticken hochwertiger an als die Canon EOS R6. Dazu hat die Canon EOS R5 ein top Display, das ich persönlich überhaupt nicht brauche, viele Kollegen schätzen aber genau dieses Feature. Man kann beide Kameras blind gemeinsam bedienen. Besonders glücklich macht mich an der Canon EOS R6/R5 das dritte Wahlrad, sodass ich inzwischen ISO, Blende und Verschlusszeit über je ein Rad einstellen kann. Gleichzeitig ist der neue Joystick superschnell und super präzise und wer den Joystick nicht mag, kann per Touch AND Drag einfach über das Display wischen um das AF Feld zu verschieben. Besonders gut finde ich die Möglichkeit meine Tasteneinstellungen hochgradig zu individualisieren, weshalb mir die Canon EOS R5 große Freude macht.
Beim Joystick ist mir in den Monaten des Einsatzes aufgefallen, dass dieser sich hin und wieder aufhängt und das AF-Feld nicht weiter verschoben werden kann. Dieses Problem habe ich mit beiden Canon EOS R5 und der Canon EOS R6. Es ist nicht reproduzierbar und taucht sehr selten auf. Interessanterweise bin ich der einzige Fotograf, der dieses Problem hat (ich habe viele andere Freunde mit R5 gefragt). Ein erneutes Antippen des Auslösers löst das Problem. Manchmal frage ich mich, ob meine Nase eventuell das Display berührt und die Kamera dadurch auf Touch and Drag umstellt. Mir ist es unerklärlich und ich konnte bis heute nicht herausfinden woher dieses Phänomen kommt.
Dazu kommt die Abdeckung des Kabelauslösers, die mich persönlich total stört. Ich habe meistens einen Kabelauslöser an meiner Canon EOS R5 hängen und verwende einen L-Winkel. Die Abdeckung häng nun total gerne vor der Schiene des L-Winkels und stört mich oft beim Stativeinsatz. Da kann Canon natürlich nichts dafür, aber ich habe schon öfter darüber nachgedacht die Abdeckung abzuschneiden.
Insgesamt bin ich von der Bedienung und der Haptik der Kamera begeistert und die Punkte die ich als negativ benenne sind einfach zwei Praxispunkte, die genau bei meiner Arbeitsweise relevant sind. Anderen Fotografen scheint dies egal zu sein.
Noch ein Punkt an dieser Stelle, das neue Wasserwaagen Layout der Canon EOS R5 ist sehr gut, endlich kann ich permanent die Wasserwaage eingeblendet haben. Diese ist für mich in der Tierfotografie besonders wichtig.
Akkus und Laden
Die Canon EOS R5 kann inzwischen per USB-C geladen werden. Canon bietet hier ein sehr teures Netzteil an. Ich selbst habe ein 100W und ein 65W Notebooknetzteil, als auch ein Universal USB-C Netzteil mit 90W und 30W. Mit allen konnte ich meine Akkus in der Canon EOS R5 laden. Erinnert euch bitte daran, wenn Ihr euer normales Akkuladegerät vergessen solltet.
Ansonsten verwendet die Canon EOS R5 den neuen LP-E6NH. Dieser ermöglicht das Fotografieren in H+ (hohe Geschwindigkeit) und liefert ausreichend Leistung. Natürlich hält ein Akku in einer DSLR länger. Ich selbst habe aber bereits seit der Canon EOS 5D II sehr viel mit LiveView gearbeitet und ganz ehrlich an Tagen, an denen man viel LiveView genutzt hat, haben die DSLRs auch nicht länger gehalten. Wer aber immer durch den Sucher fotografiert hat, bei dem haben die DSLR Akkus natürlich länger gehalten. Solange Ihr regelmäßigen Zugang zu einer Steckdose habt ist das alles kein Problem aus meiner Sicht.

Speicherkarten:
Die Canon EOS R5 verfügt über zwei Speicherkartenslots. Zum einen CFexpress Typ B und SD-Karten. Gerne hätte ich zwei CFexpresskartenslots, da dies das sicherere und schnellere Speicherkartenmedium ist. Hier überwiegt aber das Argument, dass es SD-Karten überall und jederzeit auf der Welt zu kaufen gibt, CFexpress Karten jedoch nicht.
Viele Fotografen beschweren sich über die Speicherkartenpreise von CFexpress. An dieser Stelle möchte ich zwei Argumente platzieren: wir fordern als Fotografen immer mehr Auflösung beim Filmen und Fotografieren und immer schnellere Bildfolgen, sind dann aber nicht bereit den Preis für entsprechende Speichermedien zu zahlen? Zum anderen waren andere Speicherkartentypen früher nicht billiger, ich weiß noch genau als eine 2GB Lexarkarte bei Amazon 699EUR gekostet hat oder ein 512MB Microdrive mit 1199EUR eingeführt wurde.
Schaut euch das ganze einmal an, die CFexpresskarten schreiben aktuell bis zu 1700MB/sek weg und die SD-Karten bis zu 300MB/sek. Dazu sind die CFexpresskarten robuster und sicherer, es gibt also viel zu gewinnen. Wer sich mit dem Thema beschäftigen will, hier geht’s zu meinem Blogeintrag dazu.

 

Wer alles aus der Canon EOS R5 rausholen möchte kommt an einer CFexpress Speicherkarte nicht vorbei. Hier eine Wise 1TB CFexpress Karte.

Geschwindigkeit und Verschluss:
Die Canon EOS R5 ist superschnell. Sie geht für eine spiegellose erstaunlich schnell an. Natürlich ist hier eine DSLR immer noch im Vorteil, aber es ist inzwischen so weit, dass es nicht mehr wirklich störend ist. Auch die Auslesegeschwindigkeit der R5 ist sehr gut geworden, im Alltag gibt es kaum Rolling Shutter Effekte, man kann diese jedoch noch provozieren z.B. Flügelschlag eines Singvogels. Bei 99,9% meiner Fotos würde ich jedoch nie einen Rollingshuttereffekt bemerken. (Wichtig, tritt nur bei der Nutzung des elektronischen Verschlusses auf.) Schneller könnte die R5 für mich sein, beim „Herunterfahren“ bis die Kamera ausgeschaltet ist, der Sensor geschützt und der IS deaktiviert ist vergehen aus meiner Erfahrung wertvolle Sekunden, die ich abwarten muss, um das Objektiv zu wechseln. (Bei der Verwendung von EF Objektiven ist es ratsam das Objektiv erst zu lösen, wenn der Bildstabilisator arretiert ist, ansonsten kann es zu Beschädigungen kommen.)
Die Canon EOS R5 schafft 12 Bilder pro Sekunde mit dem mechanischen und dem Teilmechanischen Verschluss (erster Verschlussvorhang elektronisch, zweiter Verschlussvorhang mechanisch) und 20 Bilder pro Sekunde mit dem elektronischen Verschluss. Diese Geschwindigkeit ist wirklich beeindruckend.
Hinweis: beim elektronischen Verschluss würde ich mir wünschen, dass ich die Geschwindigkeit einstellen kann und dass Verschlusszeiten die schneller als 1/8000sek sind realisierbar werden. Wichtig dabei ist generell zu beachten, dass die RAWs beim Einsatz des elektronischen Verschlusses 12Bit/Farbkanal bieten und beim mechanischen und 1. elektronischen Verschluss 14Bit/Farbkanal (im H+ Modus, 12Bilder pro Sek. 13Bit). Gleichzeitig sollte man beachten, dass in einem bestimmten Grenzbereich zwischen kurzer und sehr langer Verschlusszeit, der mechanische Verschluss zu Verwacklungen führen kann, dem so genannten Shuttershock. (Alle Tipps dazu im Podcast zum Verschluss) Wer spiegellos fotografieren will, sollte sich hiermit auseinandersetzen, um die Potenziale der Canon EOS R5 wirklich ausreizen zu können.

 

Sucher und Display:
Sucher, Display und Touch Bedienung sind bei der Canon EOS R5 wirklich genial. Lagging und Verzögerungen gibt es eigentlich nicht. (Mein Bauchgefühl ist, je länger ich den Auslöser gedrückt halte, umso größer wird die Verzögerung im Sucher, sprich am Ende von langen Serien glaube ich mehr Verzögerung wahrzunehmen.) Hier ist ein sehr gutes Level erreicht worden. Natürlich wird es in kommenden Generationen an dieser Stelle Verbesserungen geben, was die Auflösung und die Geschwindigkeit angehen. Hier ist aber ein Level erreicht, das im Alltag super ist und das alle Anforderungen erfüllt. Ich liebe es im Sucher zu sehen wie hell mein Bild ist und was mir viel wichtiger ist, ich kann bereits im Sucher zoomen, um zu sehen, ob mein Fokus 100% sitzt und ggf. auch sehen wie die Kopfhaltung meines Tieres ist. Das sind Dinge, die das Fotografieren für mich wirklich revolutionieren.
Alle die von der Canon EOS R kommen, der Sucher beschlägt bei weitem nicht mehr so schnell bei Regen, wie es bei der Canon EOS R der Fall war. Ich habe meinen Sucher oben dennoch mit Isolierband abgeklebt. Sicher ist sicher. Bei drei Tagen Dauerregen hat sich gezeigt, dass auch er R5 Sucher beschlägt.
Auflösung, Rauschen und Dynamikumfang
Die Canon EOS R5 bringt eine Auflösung von 45 Mpix. Aus meiner Sicht eine sehr angenehme Dateigröße für den Alltag. Die Schärfe ist dabei wirklich extrem gut. Bei ISO 100 habe ich das Gefühl, dass meine Canon EOS 5DSR ein kleines Tacken schärfer war, ich trauere der Canon EOS 5DSR jedoch keine Sekunde nach. Denn der Dynamikumfang und das Rauschen der Canon EOS R5 ist einfach so viel besser.
Bei der Canon EOS 5DSR war meine Schmerzgrenze ISO 1600 und zähneknirschend ISO 3200. Bei der Canon EOS R5 ist meine Schmerzgrenze ISO 6400 und zähneknirschend ISO 12800. Das macht die Canon EOS R5 wirklich zu einem Allroundtalent. Denn um 45Mpix scharf abbilden zu können benötigt man eben schnellere Verschlusszeiten als es bei einer 20Mpix Kamera der Fall wäre. Gleichzeitig braucht man schnellere Verschlusszeiten, um bewegte Motive sauber einfrieren zu können (sofern der ABM zwischen der gering Aufgelösten und der hoch Aufgelösten Kamera identisch ist.)
Der Dynamikumfang der Canon EOS R5 ist deutlich besser geworden, das interessiert mich persönlich kaum, da ich persönlich lieber ein Exposure Blending einsetzen würde, als die Tiefen um 5 Blenden aufzuhellen. Mit Sicherheit ist es nett, das Canon hierdurch in den Vergleichen besser bewertet ist, beeinflusst aber mein Arbeiten nicht wirklich.
Wo wir bei der Bildqualität sind, Canon bietet das Format CRAW an, dieses ist komprimiert und ist je nach Foto zwischen 40 und 70% kleiner als das normale RAW. Ich habe dies genau verglichen und wer sauber belichtet und hier und da einmal 1-2 Blenden aufhellen will der wird zwischen RAW und CRAW kaum Unterschiede sehen. Ab 3 Blenden Aufhellung habe ich die Kompression gerade im Hintergrund erkennen können. Wer also gewohnt ist sauber zu arbeiten, der sollte unbedingt einmal das CRAW ausprobieren.
Farben, Canon hat es wieder geschafft perfekte Farben zu zaubern. Ich empfinde die Farbgebung im JPG bereits als sehr gut und schätze Canon für die perfekten Farben, die geliefert werden. WICHTIG, Adobe versaut eure Farben. Wer mit Adobe Photoshop Lightroom oder Photoshop arbeitet, der sollte einmal die Farbprofile von Color Fidelity ausprobieren, das rettet einiges. DXO und DPP liefern aber die deutlich schöneren Farben. Aktuell verfluche ich mich dafür, dass mein Workflow komplett in Photoshop abläuft.

 

Autofokus:
Die Canon EOS R5 verfügt über einen Autofokus. Dieser kann bei Bedarf scharfstellen.
Ernsthaft, der AF der Canon EOS R5 ist extrem treffsicher und superschnell. Die Canon EOS R5 wird bei mir ausschließlich mit dem so genannten Spot Autofokus (ein kleiner AF Punkt) oder der Tieraugen-Erkennung betrieben.
AF-ON Taste = Spot AF
Stern Taste = Tieraugen AF
Der Tieraugen AF ist wirklich eine Offenbarung, der Ausschuss ist wesentlich geschrumpft. Fotografen, die behaupten, sie hätten keinen Ausschuss bewundere ich schon immer, glaube da aber nicht dran. Denn ich habe mit jeder Kamera Ausschuss. Der Output mit der Canon EOS R5 ist aber um ein Vielfaches höher als mit allen anderen Kameramodellen vorher.
Die Tiererkennung funktioniert zuverlässig, Canon wechselt hier zwischen Körpererkennung, Kopferkennung und Augenerkennung automatisch, was besonders praktisch ist, wenn einmal kein Auge zu sehen ist. (Tier dreht sich um) Dann erkennt die Kamera oft den Kopf und hält zunächst den Hinterkopf im Fokus. Natürlich erkennt die Kamera noch nicht jede Tierart und wird auch nur mit Vögeln, Affen-, Katzen- und Hundeartigen beworben. Da der Mensch zu den affenartigen Tieren zählt, funktioniert der Tieraugen-AF auch ohne Umstellung auf Menschen super bei Portraitshootings. Ein Steinbock oder eine Gämse ist kein Problem, aber Tierarten wie Geckos, Eidechsen, Schmetterlinke oder Fliegen werden natürlich nicht erkannt. Hier werden die Kameras in den kommenden Generationen immer mehr erlernen.
Ich bin oft erstaunt, wie gut und schnell die Tiererkennung reagiert, wenn plötzlich ein Tier auftaucht oder ein Vogel vorbeifliegt. Hier sind oft Scharfe Bilder möglich, die ich früher nie im Kasten gehabt hätte.
Es gibt aber auch Situationen in denen nach wie vor die Canon EOS 1DX III Vorteile gegenüber der Canon EOS R5 hat. Ich weiß das will keiner lesen, aber die gibt es wirklich. Zwei Fehlerbilder ziehen sich bei mir durch, es gibt hin und wieder einen Grad der Unschärfe, den die Canon EOS R5 als scharf empfindet. In diesem Moment sieht die Kamera den Kontrast an und ist der Meinung es sei scharf und tracked das Motiv genau in dieser Unschärfe weiter. Dieses Phänomen wird sich immer nur mit super Lichtstarken Telefestbrennweiten zeigen, also 2.0 200mm 2.8 300/400mm oder 4,0 500/600mm. Die normalen Telezoomobjektive sind davon nicht betroffen.
Gleichzeitig ist die Canon EOS 1DX III manchmal im Vorteil, wenn aus der Hüfte herausgeschossen wird, hier ist teilweise das erste Anfokussieren schneller.
Zu guter Letzt ist zu erwähnen, dass die Canon EOS R5 bei direktem Fotografieren in die Sonne oder in die Reflexion der Sonne massive Autofokusprobleme hat. Sie wird in diesen Situationen derart geblendet, dass ich inzwischen manuell fokussiere in diesem Moment. Hier haben die 1DX III die Nase vorn, hat aber natürlich seit der ersten Canon EOS 1DX auch einige Verbesserungen durchlaufen. Das Deaktivieren der Belichtungssimulation im Sucher bringt hier eine Verbesserung.
Warum benutze ich dann zwei Canon EOS R5 und nicht die 1DX III? Ganz einfach die Phänomene, die ich schildere, sind Grenzbereiche und diese Grenzbereiche treten in 99% der Fälle nicht auf. Das heißt bei 100.000 Fotos im Jahr, liefert mir die Canon EOS R5 99.000 Fotos deutlich besser ab als die DSLR und bei 1000 Fotos hätte ich einen Vorteil mit der DSLR. Damit kann ich leben und freue mich sehr, wie viel ich aus der Canon EOS R5 rausholen kann.
Noch ein Hinweis zur Tieraugen-Erkennung und EF Objektiven. Ich merke im Alltag, dass die Tieraugen Erkennung der Canon EOS R5 um ein Vielfaches schneller ist mit den RF Objektiven als mit den EF Objektiven. Dabei sind die Superteleobjektive 400/600mm der Version III viel schneller als alle anderen Superteleobjektive und fast auf RF Niveau. Die Superteleobjektive der Version I oder II brauchen aber immer ein gutes Stück länger, bis das Auge sauber erkannt wird als die RF Objektive. Interessanterweise gibt es beim normalen Spot Autofokus diesen unterschied so gut wie nicht. Natürlich sind die EF Objektive auch weiterhin sehr gut einzusetzen und der Ausschuss ist extrem gering.
Beim Einsatz von MF Objektiven sollte man erwähnen, das Canon kein Fokusfeld einblendet. Der Fotograf weiß also nicht, wo er reinzoomt, wenn er die Lupenfunktion verwendet. Das empfinde ich als super störend, setze aber zum Glück nur wenige MF Objektive ein.

 

Niemals hätte ich mit einer DSLR in Folge bei Blende 2,0 immer das Auge getroffen.

Canon EOS R5 + Canon EF 200mm 2.0 L IS + Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

 

100% Crop aus dem oberen Bild. Aufgenommen mit dem Canon 200mm 2.0 L IS Blende 2.0 ISO 1600

 

Bei normalem Gegenlicht greift der AF absolut ohne Probleme.

Canon EOS R5 + Canon EF 400mm 2.8 L IS III + Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

 

Auch in einer solchen Gegenlichtsituation kann man mit dem Tieraugen AF gut arbeiten.

Canon EOS R5 + Canon EF 400mm 2.8 L IS III + Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

 

Direkt vor der Sonne oder der Reflexion der Sonne wird es eine Herausforderung mit dem AF der Canon EOS R5.

Canon EOS R5 + Canon EF 400mm 2.8 L IS III  + Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

IBIS:
Im Podcast habe ich zunächst ganz vergessen über den IBIS zu sprechen und auch der Blogeintrag ist ganz ohne Sensorstabilisierung ausgekommen, was mich persönlich sehr erstaunt hat. Die Canon EOS R5 verfügt über einen internen Bildstabilisator, also eine Sensorstabilisation. Ich habe den IBIS ganz vergessen. Hintergrund ist, ich brauche ihn bei meiner Arbeitsweise selten.
Landschaftsaufnahmen, Makros und Abstrakte Bilder mache ich meist vom Stativ. Nur so ist meine Komposition und die Bildschärfe immer 100% sauber. Dabei wird der IS deaktiviert und dieser deaktiviert natürlich auch den IBIS.
Bei Teleaufnahmen mit langen Brennweiten > ca. 200mm ist die Sensorbasierte Bildstabilisierung nahezu wirkungslos. Hier verlasse ich mich also auf den Bildstabilisator im Objektiv.
Natürlich habe ich den IBIS aktiv getestet und finde es großartig, dass ich mit dem RF 70-200mm bei 200mm 1,3sek freihand realisieren kann oder dass ich mit meinem RF 35er gut und gerne 2sek freihand schaffe.
Meine eigene Realität sieht aber anders aus. Ich arbeite gerne mit dem Stativ, denn da kann ich mein Bild wirklich sauber komponieren in der Landschaftsfotografie und bei der Tierfotografie habe ich ja schon immer den IS im Superteleobjektiv. Und bei Pflanzen nutze ich meist das Stativ oder den Bohnensack. Natürlich gibt es viele Fotografen und Filmer die vom IBIS profitieren, für meine Arbeitsweise sind es andere Vorteile die für die EOS R5 sprechen.

Fazit:
Die Canon EOS R5 ist ein Gamechanger, ich kann mich als Fotograf an vielen Stellen wesentlich mehr auf die Fotografie und Komposition konzentrieren als es bei der DSLR der Fall war.
Betrachten wir den Preis der Canon EOS R5 von 4499€ und den Einführungspreis der Canon EOS 5D IV von 4065€, dann ist die Preissteigerung ziemlich genau 10%
Die Canon EOS R5 liefert allerdings derart perfekt ab im Alltag, dass die Kamera wirklich eine Arbeitserleichterung ist. Ich empfinde an der Stelle den Preis/Leistung als sehr gut und würde jederzeit eine Canon EOS R5 einsetzen wollen.
Mir ist bewusst, dass ich einige Punkte aufgezeigt habe, an denen die spiegellosen Kameras noch in den Kinderschuhen stecken. Aber in 99% der Anwendungsfälle spielen diese Herausforderungen keine Rolle. Umgekehrt liefert die Canon EOS R5 im Alltag einfach so viel mehr ab, dass ich den Umstieg nicht bereue.

Trotzdem Umstieg auf Canon EOS R3 oder R1?
Natürlich habe ich Sehnsucht nach einer R Kamera aus einem Guss mit fest verbautem Batteriegriff, weshalb ihr mit Sicherheit mittelfristig auch einen größeren Body bei mir im Einsatz sehen werdet.

 

Bei solchen Aufnahmen kann ich mich endlich auf die Komposition konzentrieren, der AF findet von alleine sein Ziel.

Canon EOS R5 + Canon RF 100-500mm 4.5-7.1 L IS + Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

 

 

Die Saarschleife bei Sonnenaufgang, die Canon EOS R5 kommt auch mit Landschaften zurecht. 

Canon EOS R5 + Canon EF 4,0 16-35mm L IS + Nisi ND 0.9 Reverse + Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

Auch bei hohem Dynamikumfang liefert die Canon EOS R5 bedenkenlos ab.

Canon EOS R5 + Canon EF 16-35mm 4.0 L IS + Nisi Polarizer+ Novoflex TrioPod M + Novoflex Classicball 5 II

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