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Nachbau Akkus oder original Akkus für Canon EOS R5/R6 und 1DX III?

2. März 2021

Fototechnik

 

 

 

Diesen Blogeintrag wollte ich schon immer schreiben. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass meine Ergebnisse rein subjektiv waren und natürlich immer noch sind. Gleichzeitig gibt es jedoch einen ganz neuen Artikel mit spannenden Messungen von Camnostic, die meine Gefühle seit rund 10 Jahren, also seit der Canon EOS 1DX, untermauern, sodass ich hoffentlich einen guten Spagat aus Praxis und Theorie in diesem Blogartikel unterbringen kann.

Die Frage, die ich oft lese, ist Canon Originalhersteller Akku vs. Nachbau Akku bzw. Original Akku vs. Dritthersteller Akku. Im Internet kursiert oft die Meinung, dass dir Originalhersteller sich gerne bereichern und die Akkus identisch zu den Nachbauten sind, nur eben teurer.

Meine persönliche Erfahrung ist eine andere, früher mit dem Canon BP-511 aus der Canon EOS 10D habe ich auch noch einige Nachbau Akkus verwendet, doch spätestens mit dem Canon LP-E6 in der Canon EOS 5D II hielten bei mir zunehmend die Original Akkus von Canon Einzug. Vielleicht auch einfach, weil es Anfangs keine Nachbauten gab und später hatte ich ja bereits original Akkus. Einen richtigen Unterschied bemerkte ich jedoch erst mit der Canon EOS 1DX. Ein guter Freund und top Fotograf, wie auch ich haben ein und dieselbe Beobachtung gemacht, die wir jedoch immer für unsere eigene Einbildung hielten, und zwar, dass die Canon LP-E4 bei 100% Akkuleistung eine bessere AF-Performance lieferten. Später so ab ca. 50% und darunter, wurde diese schlechter. Unsere These war, dass die Akkus im oberen Bereich der Akkuladung die erforderliche Spannungsspitze besser aufrechterhalten konnten. Belegen oder testen konnten wir das nicht, also haben wir angefangen unsere Akkus ab ca. 50% wieder gegen frische Akkus zu tauschen. Gleiches Spiel galt natürlich für die Canon EOS 1DX II. Für die Canon EOS 1DX gab es ohnehin nicht viele gute Nachbauten, weshalb ich auch hier ausnahmslos original Akkus also LP-E4 und später LP-E4N gekauft habe. Das interessante dabei ist, dass die Canon LP-E4, LP-E4N und auch LP-E19 alle kalibrierbar sind im Ladegerät.

Bei den Canon LP-E6 und LP-E6N Akkus habe ich irgendwann zwei Nachbau Akkus gekauft, um dem Ganzen erneut eine Chance zu geben und habe zwei rote Baxxtar LP-E6N gekauft. Das Problem war, die Akkus haben die 100% nie gehalten, die Anzeige war sehr schnell bei 80% angelangt auch ohne Fotografieren in der Canon EOS 5DSR. Aus meiner Erfahrung mit der Canon EOS 1DX Reihe wollte ich aber gerade Akkus haben, die lange im Bereich 50-100% Lagen. Die Akkus gingen nach 3 Monaten zurück an Baxxtar und ich habe wieder nur original Akkus gekauft. Erstaunlicherweise habe ich inzwischen 10 Jahre Alte LP-E6 Akkus, die auch heute noch eine annehmbare Leistung aufweisen. Bis dahin ist das alles gefährliches Halbwissen und einfach nur mein Eindruck, den ich in der Form nie öffentlich Kundtun wollte. Das alles war mir zu schwammig und dann erschien der Artikel zum Canon LP-E6NH und den Nachbau Akkus von Drittherstellern auf Camostic. Mir erstaunlichen Ergebnissen im Test. Die wichtigsten Punkte in einer ganz freien Übersetzung:

Viele glauben fälschlicherweise, dass der LP-E6NH mehr nutzbare Leistung hat als der vorhergehende LP-E6N, aber dies ist nicht der Fall. Bei den realen Tests stellten wir fest, dass die neueren Modelle nicht mehr Milliampere Stunden Strom an die Kamera übertragen, aber ihre Leistung etwa zwei Drittel der Akkuladung konstant halten kann, wodurch die Fähigkeit der Akkus maximiert wird, die ressourcenintensivsten Modi der Kamera mit Strom zu versorgen. Beispielsweise verbrauchen 12Bilder pro Sekunde mit mechanischem Verschluss sehr viel Akkuleistung.

Alle Akkuversionen von Drittanbietern behaupten, mehr Saft zu liefern als die Canon original Akkus und jeder von ihnen hat effektiv weniger Leistung. Hier ist vielleicht das wichtigste Diagramm zu dem Thema: die realen Amperestundenmessungen für jede Marke gemessen mit einem speziellen Dolgin Engineering-Gerät, das die Akkus vollständig auflädt und dann den Verbrauch auf 0 misst

 

Grafik entnommen von Camnostic.com 

Die blauen Säulen geben die nutzbare Bruttoleistung im Akku an, die Canon Akkus liegen hier mit etwa 10-15% vorn. Die orangefarbenen Säulen geben den Prozentsatz der Batterieleistung an, der für den Modus mit höherer Leistung gilt und 12 Bilder pro Sekunde (mechanisch) zulässt, bevor die abnehmende Leistung auf einen Modus mit geringerer Framerate umschaltet.

Es ist mehr als offensichtlich, dass die Original Canon Akkus wesentlich besser performen als die Dritthersteller

Quelle: https://camnostic.com/2021/02/2556/ (Alle Details in Originalsprache; Englisch)

Wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, dann sehe ich hier einen eklatanten Unterschied, der Original Canon LP-E6NH ist demzufolge etwa 65% der Ladung im Stande ausreichend Energie zu liefern für 12 Bilder pro Sekunde mit mechanischem Verschluss. Die Nachbau Akkus liefern hier nur für 25-35% der Dauer diese Leistung. Das bedeutet im Klartext einen Unterschied von 100% also der Canon original Akku kann im H+ Modus doppelt so lange durchhalten oder der Nachbau Akku hält den H+ Modus nur halb so lange durch.

Aus meiner Sicht wird an dieser Stelle mehr als klar, wer die Leistung einer Canon EOS R5 braucht, der sollte ausschließlich original Akkus verwenden und hier die LP-E6NH. Ich selbst werde hier auch nochmal Akkus nachkaufen müssen. Das wird sich genau so auf das Filmen auswirken.

Wer eine Canon EOS R5 eigentlich nur für Landschaften und Makros oder Aufnahmen verwendet, bei denen er eigentlich die Geschwindigkeit der Kamera nicht braucht, der wird vermutlich auch mit einem Nachbau Akku leben können.

Dennoch sollte jedem anhand dieser Daten klar werden, dass man mit einem Nachbau Akku LP-E6NH oder auch LP-E6N eigentlich einen Großteil der Power verschwendet, die eine Canon EOS R5 eigentlich liefern kann.

#Transparenz der Artikel wurde von keinem Hersteller unterstützt, auch wenn es wie ein Canon sponsored Post aussieht.

 

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