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Erfahrungsbericht Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II

20. August 2019

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Objektivtest

 


Einsatz des Canon 4,5-5,6/100-400mm L IS USM II an der Ostseeküste in Zingst.

Einleitung: Mit dem Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II verbindet mich eine lange Geschichte. Irgendwie hat alles damit angefangen für mich. Bereits vor 15 Jahren war ich stolzer Besitzer eine Canon EOS 10D mit einem Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM. Die Luftpumpe wie es liebevoll genannt wird, war jahrelang bei mir erfolgreich im Einsatz, bis das hervorragende Canon EF 2,8 70-200mm L IS II rauskam. Damals trennte ich mich vom Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM und habe es eigentlich nie vermisst. Als dann 2014 die neue Version II kam, habe ich auch nie daran gedacht diese zu kaufen, da das Canon EF 2.8 70-200mm L IS II optisch so gut ist. 2018 habe ich dann ein gebrauchtes Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II von einer Kundin übernommen. Dieses war zwar gut, aber ich hatte ein Paar Fokusprobleme, die ich über Microadjustments korrigieren musste und so kaufte ich ein neues Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II Anfang des Jahres. (Das Objektiv ist also selbst bezahlt, nur so am Rande.) Mein anderes Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II arbeitet auch heute noch hervorragend an der Canon EOS R eines Freundes.

Erster Eindruck: Der erste Eindruck vom Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II ist durchweg positiv, es ist sehr gut verarbeitet. Der Schiebezoom ist einem Drehzoom gewichen, was ich persönlich sehr befürworte. Dazu eine neue Stativschelle, die wirklich super geworden ist und butterweich läuft. Warum hat man so etwas nicht beim Canon 2.8 70-200mm L IS III verbaut? Auch die Streulichtblende ist top, die Arretierung funktioniert sehr gut und es gibt eine kleine Öffnung um den Polfilter zu drehen. Gerade beim Workshop im Valle Verzasca letztes Jahr, war dies ein Traum. Ich konnte den Polfilter drehen trotz Streulichtblende und so ist auf der Frontlinse so gut wie kein Regen gelandet und es hatte viel geregnet. Ansonsten findet ihr in der Originalverpackung wie immer einen Objektivköcher und eine Bedienungsanleitung. Neu ist auch die Naheinstellgrenze von 0,98m. Also wirklich 98cm bei 400mm, das ist sensationell und macht richtig Freude.

Erwartungen: Ganz offen, ich hatte eigentlich überhaupt keine Erwartungen, als ich das Objektiv von meiner Kundin übernahm. Im Gegenteil, ich wusste nicht einmal ob ich es wirklich benutzen würde. Eigentlich hätte ich nie Gedacht, dass ich ein Dunkelzoom mit einer Offenblende von 4,5-5,6 je benutzen würde. Und tatsächlich diese Erwartungen hat es mehr als übertroffen. Ich benutze das Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II heute sehr viel und sehr gerne, aber dazu kommen wir jetzt.

Funktionen, Autofokus, Bildstabilisator:

Gewicht 1570 g
Naheinstellgrenze 98 cm
Max. Abbildungsmaßstab 1:3,22

 

Der Autofokus arbeitet sehr gut, er ist schnell und zuverlässig. Auch der Bildstabilisator arbeitet exzellent und lässt keine Wünsche offen.

 

Optische Leistung: Die optische Leistung hat mich tatsächlich umgehauen. Das Objektiv ist bereits bei Offenblende über den gesamten Zoombereich extrem scharf und steht den Festbrennweiten nur ein wenig nach. Natürlich ist Schärfe nur ein Kriterium zur Beurteilung der Bildqualität. Die Freistellung eines Canon 2.8 400mm L IS III ist natürlich eine ganz andere als die eines 400mm Zooms bei 5,6, aber es ist wirklich gut.

Was mich wirklich beeindruckt hat ist auch die Leistung im Gegentlicht, selbst bei direkter Fotografie ins Gegenlicht gibt es kaum Lensflares und genau das ist eine riesige Stärke des Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II. Im Vergleich ist das Canon 2.8 70-200mm L IS II richtig Streulichtempfindlich. Die Gegenlichteigenschaften des 100-400ers haben mich wirklich umgehauen.

 


Die Sonne steht in diesem Bild direkt oben am Bildrand und ich fotografiere direkt ins Gegenlicht. Beeindruckend wie wenig Lensflares es gib, wie gut diese zu stempeln sind und vor allem wie gut der Kontrast noch ist.

Besonders gut finde ich auch die Schärfe im Nahbereich. Tatsächlich empfinde ich alle 70-200mm Zooms, egal ob Canon, Nikon oder Fremdhersteller als beinahe unbrauchbar weich an der Naheinstellgrenze. Das Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II ist an der Naheinstellgrenze tatsächlich sehr scharf. Der einzige Wehrmutstropfen ist tatsächlich die Brennweite an der Naheinstellgrenze, bei 400mm und einem Abbildungsmaßstab von 1: 3,22 ergibt sich eine effektive Brennweite von 177mm und nicht 400mm. Das ist tatsächlich etwas wenig, bei Zooms in diesem Bereich aber leider bei jedem Hersteller der Fall.


Größenvergleich des Canon 4,5-5,6 100-400mm L IS II mit dem Canon 2,8 400mm L IS III.

Bildeindruck und Praxis: Sehr interessant ist für mich der gesamte Bildlook. Ich spreche hier von einem Dunkelzoom von 4,5-5,6, an das ich keinerlei Erwartungen hatte und inzwischen finde ich es richtig geil, denn der Bildeindruck ist super! Eine sehr angenehme Vignettierung, dazu eine top Schärfe und ein wirklich ansprechendes Bokeh. Mich spricht der gesamte Bildlook sehr an, für ein Zoom, gigantisch.

Inzwischen habe ich hunderte und tausende Bilder mit dem Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II gemacht. Durch die recht große Schärfentiefe, bei Offenblende 4,5-5,6 habe ich so gut wie keinen Ausschuss. Der Autofokus nagelt das Motiv extrem gut fest und ich habe so gut wie keine Lensflares bei Gegenlicht. Das macht es in Kombination mit dem Canon 2.8 400mm L IS III zu meinem Lieblingsgespann und das Canon 2.8 70-200mm L IS II nehme ich kaum noch her. Das liegt aber auch daran, dass ich 200mm als längste Brennweite des Zooms oft als zu kurz empfinde. Umgekehrt stören mich 100mm am kurzen Ende regelmäßig. In der Dämmerung fehlt aber recht schnell die Lichtstärke und ich wünsche mir dann eine Offenblende von 2.8 oder 4.0. Wenn ich mir aber die Größe und das Gewicht des Canon 4,0 200-400mm L IS anschaue, dann nehme ich lieber das Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II in Kombination mit dem Canon 2.8 400mm L IS III mit.

Gerade bei Tieren, die eine geringe Fluchtdistanz haben, lässt sich mit dem 100-400er wunderbar spielen und kann mit einem recht leichten Objektiv schnell agieren.

Das Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II ist aus meiner Sicht ein top Allrounder, der bei mir sowohl für Tier- als auch Landschaftsfotografie eingesetzt wird.

Fazit: Ich bin beeindruckt, aus der Ecke, von was soll ich mit dem Objektiv, hin zu einem meiner Lieblingsobjektive, das muss eine Linse erst einmal schaffen! Beim Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS USM II bekommt Ihr viel Objektiv für einen fairen Preis. Ich kann es tatsächlich nur weiterempfehlen.

 


Ein Austernfischer an der Küste. 360mm bei Offenblende 5,6.

 


Der 100% Crop aus der oberen Aufnahme an der Canon EOS 1DX II. (Ungeschärft, Schärfung in Adobe Camera RAW 0)

 


Portrait eines jungen Steinbocks.

 


Der 100% Crop aus der Canon EOS 5DSR bei Offenblende zeigt eine top Schärfe und Auflösung, auch Richtung Bildrand. (Ungeschärft, Schärfung in Adobe Camera RAW 0)

 


Bei Gegenlicht gelingen mit dem Canon 4,5-5,6 100-400mm L IS II top Aufnahmen.

 


Bei einem geringen Arbeitsabstand ist das Bokeh des 100-400ers super.

 


Aber auch für Landschaftsaufnahmen eignet sich das neue Canon 4,5-5,6 100-400mm L IS II hervorragend.

 


Gerade bei schnell wechselnden Wetterbedingungen ist das Zoom der Festbrennweite vorraus.

 


Im Nahbereich ist Bokeh und Freistellung für ein Zoom absolut überzeugend.

 


Oder auch kleine Details am Wegesrand bewältigt das 100-400er mit Bravour.

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