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EIZO CG248-4K, hochauflösende Präzision?!

2. Oktober 2015

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Monitor

 


Der neue Eizo CG248-4K

Fotografie ist visuell — klar! —, doch was haben wir Fotografen davon, wenn wir über die tollste Fotoausrüstung verfügen, aber dann nicht richtig sehen, was unser Equipment liefert? Richtig! Gar nix! Das Ausgabemedium ist dementsprechend besonders wichtig.
Lange Zeit war das Retina Display den Apple-Jüngern vorbehalten. Dann kamen langsam auch für Windowsnutzer mehr und mehr Retinageräte auf. Nun gibt es endlich auch 4K (auch UHD genannt) für Fotografen und Grafiker, passend zu den hochauflösenden Kameras am Markt. Natürlich musste ich das ausprobieren und so habe ich meine Monitore zu Hause durch zwei brandneue EIZO CG248-4K ersetzt.
Der EIZO CG248-4K ist ein 23,8“ Wide Gamut-LCD mit LED-Technik. Er löst 3840x2160Pixel auf und deckt dabei den DCI-Farbraum mit 93% und den Adobe RGB-Farbraum mit 99% ab. Er bietet dank 10-Bit Farbwiedergabe besondere Farbpräzision, doch HALT! Ich will euch überhaupt nicht mit technischen Daten, Farbmessungen und all dem langweilen, was ihr ohnehin in jedem Technikmagazin oder dem Datenblatt nachlesen könnt, ich möchte euch heute zeigen, was mir ein solcher Monitor bietet und möglichst nah an der Praxis bleiben, ohne viel über Farbräume und ähnliches zu referieren.

Günstig gegen teuer?

Die günstigsten UHD-Monitore im Netz in 24 Zoll beginnen derzeit bei einem Preis von ca. 400EUR, ein EIZO CG248-4K kostet mit 2449EUR knapp das 6-fache, aber warum? Während meiner Kurse werde ich häufig auf das Thema Monitore angesprochen und warum es überhaupt sinnvoll ist, einen teuren, hardwarekalibrierbaren Monitor zu kaufen, wenn man auch einen günstigen Monitor mit einem Kolorimeter kalibrieren kann?
Die Antwort ist ganz einfach: Bei einer reinen Softwarekalibrierung wird das Signal der Grafikkarte an den Monitor angepasst, wohingegen bei einer Hardwarekalibrierung der Monitor an das Signal der Grafikkarte angepasst wird. Es ist jedoch nicht egal an welcher Stelle die Kalibrierung vorgenommen wird, da die Softwarekalibrierung mit Qualitätseinbußen behaftet ist. (Wer genauere Informationen dazu sucht findet diese hier.)
Das kann man sich etwa vorstellen wie eine Anpassung der Farben eines Bildes in Photoshop durch die Gradationskurve oder die Tonwertkurve. Sprich das von der Grafikkarte kommende Signal wird an die Interpretation der Farben des Monitors angepasst. Das Problem ist, das man schnell unter anderem Tonwertabrisse erzeugt, die allerdings nicht vorhanden sind, sondern die der Monitor erzeugt, da die Kalibrierungssoftware zu stark eingreifen muss.
Ein weiterer großer Vorteil eines Eizo CG248-4K ist das 16 Bit Look-up-Table durch den der Monitor frei von Tonwertabrissen ist. Außerdem bietet ein solcher Monitor gleichmäßige Helligkeitsverteilung und die unglaubliche Farbreinheit. Um dies zu erreichen wird auf Herstellerseite ein großer Aufwand betrieben, wodurch ein solcher Monitor natürlich teurer wird.
Außerdem betrachten heute die meisten Fotografen ihre Bilder fast ausschließlich am PC, der Monitor ist also das wichtigste Ausgabemedium und da will man doch schließlich sehen, was man fotografiert hat?


Technische Perfektion, die aus meiner Sicht aktuell besten Grafikmonitore am Markt.

Auspacken und erste Eindrücke:

Der EIZO CG248-4K kommt perfekt verpackt an, die Verpackung ist unscheinbar und erfüllt ihren Zweck 100%-ig. Oben im Paket liegen zunächst die Lichtschutzblende, die zum Lieferumfang gehört, und die benötigten Kabel: USB, Displayport, Mini-Displayport und Strom. Dann die erste freudige Überraschung: ein Screen Cleaning Set ist im Lieferumfang enthalten. Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, die mir allerdings beim Auspacken verrät, dass hier nicht gespart wurde. Entfernt man nun das Styropor, kann man einen ersten Blick auf den Monitor erhaschen, schick sieht er aus, schlicht, sehr flach und schwarz. Beim Herausheben fällt das hohe Gewicht von 8,5kg für einen 24-Zoller direkt auf. Das Verkabeln der Monitore ist sehr einfach, dabei fallen die vielen Anschlussmöglichkeiten auf, zwei Displayport-Anschlüsse, zwei HDMI-Anschlüsse und drei USB-3.0-Ports bietet der Eizo. Also ausreichend für den professionellen Fotografen und/oder Filmer.
So weit so gut, nun taucht das erste Problem auf: Bis dato habe ich meine Monitore immer per DVI betrieben und entsprechend eine Grafikkarte mit zwei DVI-Ports verwendet, nun benötigt man jedoch eine Grafikkarte mit zwei Displayport-Anschlüssen. Bei aktuellen Grafikkarten hat man die Wahl zwischen einem oder drei Displayport-Anschlüssen und eine entsprechende Grafikkarte fängt irgendwo bei 200/250EUR aufwärts an. Wer sich fragt, warum ich nicht auf HDMI setze, per HDMI lassen sich 4K Monitore lediglich mit 30Hz betreiben.


Kabel, Sonnenblende, Monitorreinigungsset, alles enthalten im Paket.

 


Anschlüsse gibt es beim neuen CG248-4K mehr als genug.

 


Drei USB 3.0 Anschlüsse auf der linken Seite des Monitores.

Design und Funktionalität:

Ein Eizo erinnert mich immer an ein Thinkpad, das Design ist seit jeher sehr ähnlich und man mag es oder man mag es nicht. So macht auch das Design des EIZO CG248-4K keine Ausnahme. Die Verarbeitungsqualität ist überragend und gefühlt ist der CG248-4K ein gutes Stück dünner geworden als mein NEC Spectraview 241. Positiv fällt an dieser Stelle auf, dass das USB-Hub USB 3.0 unterstützt. Gerade wer nicht ausreichend viele Front USB-Ports hat, kann somit Festplatten direkt am Monitor anschließen. Die normalen Bedienknöpfchen sind touchsensiblen und beleuchteten Bedienelementen gewichen. Die Bedienung ist kinderleicht und kann bei Bedarf auf Deutsch umgestellt werden. Die beiliegende Lichtschutzblende ist auch selbsterklärend, zusammensetzen und über den Monitor stülpen.
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Eingebautes Kolorimeter:

Bei einem Grafikschirm einer solchen Preisklasse darf eins nicht fehlen: ein eingebautes Kolorimeter. Vorbei sind die Zeiten, in denen man zusehen musste, wie man seinen Spyder o.ä. befestigt und an welchen USB-Anschluss man ihn steckt. Der EIZO CG248-4K hat ein fest verbautes Kolorimeter, das nur einen Nachteil besitzt, es hat mich bei der Inbetriebnahme fast zu Tode erschreckt, denn beim ersten Start fährt es sofort aus dem Monitor um umgehend seine Arbeit zu verrichten. Ist man dies nicht gewohnt, erschreckt man sich.
Die Bedienung des Kolorimeters ist wirklich kinderleicht, einfach die beigelegte Software „ColorNavigator“ installieren und den Anweisungen folgen. Das funktioniert wirklich hervorragend. Wer möchte kann auch einstellen, dass der Monitor sich regelmäßig in einem bestimmten Intervall selbst kalibriert, sodass man nicht einen Gedanken mehr an die Kalibrierung verschwenden muss. Ich habe das Gefummel mit einem externen Kolorimeter immer gehasst und deswegen oft vernachlässigt. Das passiert mir nun nicht mehr. Besonders angenehm bei der Software ist, dass man verschiedene Profile anlegen und diese sehr leicht ändern kann. Ein Klick mit der rechten Maustaste auf die ColorNavigator Software und schon kann man entscheiden, welches Farbprofil auf welchem Monitor aktiviert ist. Das ist wirklich ein cooles Feature. So kann man z.B. zwischen seinem normalen Profil und dem Profil für den Druck unterscheiden. Auch wer tiefer in die Kalibrierung einsteigen möchte, kann das mit der ColorNavigator Software tun, muss es aber nicht.


Hier sieht man das eingebaute Kolorimeter, inkl. Software.

 


Farbprofilauswahl unter Windows 7 dank Colornavigator, wirklich ein Kinderspiel!

Auflösung und Farbwirkung:

Doch kommen wir nun zum Wichtigsten, wie ist denn mein Eindruck?
GEIL, 4K hat schon was. Man kann mit der Nase fast den Monitor berühren und es ist immer noch alles scharf. Die Details sind eine Wucht, ich bin von der Qualität wirklich begeistert. Ich habe zunächst einen alten Monitor stehen lassen, um zu sehen, ob der Unterschied wirklich vorhanden ist, und es macht wirklich einfach nur Spaß. Die ersten zwei, drei Stunden muss man sich daran gewöhnen, es droht einem alles fast zu scharf zu sein, aber dann ist es wirklich super!
Die Auflösung von 3840×2160 Pixeln oder anders ausgedrückt 8Megapixeln ist schon gigantisch. Woran man sich jedoch gewöhnen muss ist, dass das die Auflösung einer Canon EOS 1DIIN oder 30D gewesen ist, somit ist das öffnen des Bildes bereits eine 100% Ansicht. Gleichzeitig wirkt eine 900Pixel Web-Version eines Bildes wie ein winziges Thumbnail. In Photoshop führt das dazu, dass man nun bei den „alten“ 20Mpix Bildern häufiger auch mal in der 200% oder 400% Ansicht arbeitet. Im Vergleich zum nicht 4K-Monitor erkennt man deutlich mehr Details auf den Bildern.
Doch was mich echt beeindruckt sind die Farben und die Ausleuchtung des Panels, denn sie sind identisch auf beiden Monitoren. Das habe ich bis heute noch NIE hinbekommen, dass die Farben auf dem linken und rechten Monitor identisch sind. Die neuen EIZO CG248-4K machen das mit ein paar Klicks von alleine. Das begeistert mich wirklich! Die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig und die Farben und Kontraste sind auch aus ungünstigen Blickrichtungen top. Sogar die Aufhellung der Schwarzbereiche aus schräger Blickrichtung ist nur minimal.
Lange Rede kurzer Sinn, die Performance ist für meinen Anwendungsbereich als Fotograf schlichtweg perfekt. Wenn man mal ehrlich ist, viele von uns Naturfotografen geben tausende von Euros für Superteleobjektive und Ausrüstung aus und sparen dann am falschen Ende, dem Monitor.

Fazit:

Sind wir mal ehrlich, die meisten von uns wollen doch eigentlich nur auf Knöpfchen drücken und alles soll perfekt funktionieren und genau das macht der Eizo CG248-4K einwandfrei. Die Bedienung ist einfach und man hat einen minimalen Aufwand für ein perfektes Ergebnis. Gleichzeitig bietet der Monitor und die beiliegende Software alle Einstellungsmöglichkeiten und Anschlüsse, um auch professionellsten Anwendern alle Möglichkeiten offen zu lassen. Ich bin von dem Ergebnis überzeugt und arbeite sehr, sehr gerne mit dem neuen Eizo CG248-4K.


Einfach nur schön auf dem Schreibtisch.

Windows 7, Photoshop CS6 und Probleme:
Ich habe mir im Vorfeld viele Sorgen gemacht, ob ich Windows 7 weiterverwenden kann, ob ich neu installieren muss wegen der neuen Grafikkarte etc. Was ich dabei nie geglaubt hätte, Microsoft hat seine Hausaufgaben gemacht, Adobe nicht. Deshalb ein paar Worte zum Umstieg:
– Grafikkartenumbau ist unter Windows 7 narrensicher: alten Treiber deinstallieren, neue Grafikkarte anschließen und aktuelle Treiber installieren.
– Windows 7 funktioniert mit den Eizos CG248-4K perfekt. Einfach in die Systemsteuerung > Darstellung und Anpassung > Anzeige gehen und hier die Lesbarkeit auf 150% oder 200% erhöhen und schon kann man alles gut erkennen.
– Photoshop CS6, hier bin ich mal wieder enttäuscht von Adobe, alle Adobe CS6 Versionen (Photoshop, Indesign etc.) unterstützen keine UHD/4K Monitore, somit werden die Icons sehr schwer zu lesen. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass Adobe dieses Feature bei den CS6 Versionen für Apple nachgereicht hat, für Windows nicht. Wieder einmal ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man Dinge NICHT umsetzen sollte, Adobe! Ich kann jedoch jeden der bereits mit Adobe CC arbeitet beruhigen, Adobe Photoshop CC lässt sich auf dem Eizo gut skalieren und ist dann auch perfekt leserlich.

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