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Novoflex – Hin zum Blau – Heim nach Memmingen

7. März 2014

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Stativtest

 


Der Feststellhebel des CB5. (Normalerweise wird der CB5 ohne Salzrand an der Panoramaplatte geliefert.)

Meine Geschichte mit Novoflex reicht zurück bis in meine Anfänge der Fotografie. Angefangen hat alles mit einer Miniconnect Schnellwechseleinheit. Dann kam ein Classicball 5 (CB5) und dann ein großer Fehler: Der Wechsel zu den Herstellern aus Übersee. Ich habe einen RRS BH-55 importiert, lange bevor es diesen in Deutschland zu kaufen gab und war damit auch zufrieden so weit, bis meine Serviceorgien begannen. Bereits nach zwei Jahren habe ich den RRS das erste Mal zerlegt. Ein Jahr später einen Anderen und dann vor einem halben Jahr nochmals. Der Kragen platzte mir erst, als ich ein neues Exemplar wollte, worauf hin mir gesagt worden ist, dass dies kein Problem sei, wenn ich ihn denn bezahle (komplett). Das war der Punkt, an dem ich mich von den Amimarken verabschiedet habe. Denn das ist kein professioneller Service. Ich habe ca. 50 EUR für den Versand gezahlt (jedes Jahr oder jedes zweite Jahr). Das Zeug war dann ewig weg und ganz ehrlich, „der beste Kugelkopf der Welt“ darf nicht so oft kaputt sein. In meinen Augen ist der BH-55 der überbewertetste Kugelkopf der Welt. Naja, so kam es, dass ich zurück zu Novoflex gewechselt bin. Warum? Deutsche Qualität und Service verdient noch ihren Namen. Bereits vor 8 Jahren hat es nur 24-48 Stunden gedauert, bis Novoflex mir Problemlösungen präsentierte, sofern ich um Hilfe bat. Dessen entsann ich mich in dieser schwarzen Stunde. Mein Entschluss stand fest, back to Memmingen.
So bestellte ich zwei Novoflex CB5, eine Qbase, eine Panorama Q und einige Schnellwechselplatten. Geliefert wurde schnell und ich war erstaunt. Es hat sich doch einiges geändert an den Novoflexprodukten, obwohl sie äußerlich so wirken wie noch vor einigen Jahren. Nun falle ich also direkt in meinen Erfahrungsbericht. Beginnen wir beim Kugelkopf, dem Novoflex CB5. Der Novoflex CB5 baut im ersten Moment etwas hoch, ist nicht gerade leicht. Das Design in blau und grau passt gut ins Novoflex Sortiment. Ich packte den Karton schnell aus und entnahm den CB5 aus der OVP. Ein Stativkopf muss ja schließlich intuitiv funktionieren. Wozu brauche ich also eine Anleitung?

 


Eis und Kälte? Kein Problem! (©Stephan Amm)


Handling:

Die Bedienelemente sind logisch angeordnet und sind gut zu bedienen. Sowohl mit, als auch ohne Handschuhe. Das geriffelte Metall an allen Novoflexprodukten ist perfekt. Bei Riffelung gibt’s nix zu bemängeln, griffig und gleichzeitig werden die Fingerspitzen massiert. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich bei Langeweile on Location meine Fingerspitzen an der Riffelung massiere. Bei meinem ersten CB5 vor Jahren, war dies noch nicht der Fall. Eine tolle Weiterentwicklung. Ich glaube wirklich jeder kann diesen Stativkopf bedienen. Der große, blaue Ring reguliert die Friktion. Der Hebel blockiert den Kopf und der kleine Festdrehknauf an der Panoramaplatte blockiert diese. Kurz, die Bedienung ist absolut einfach und intuitiv. Sehr schön, der Kugelkopf weißt drei Hochformatfräßungen auf. Kommen wir zu den wichtigen Punkten, der Funktionalität. Was soll ich sagen? Er funktioniert. Er baut etwas höher als das RRS BH-55, dafür bietet er andere Vorteile. Das Lösemoment des CB5 ist wesentlich geringer. Ich hatte ganz vergessen, dass dies besser geht. Ansonsten sind da kaum Unterschiede. Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Kopf beim fotografieren nach unten ein wenig stärker nachsackt.
Ich habe den CB5 in unterschiedlichsten Gebieten eingesetzt. Bei Eis und Schnee, am Meer, im Urwald und bei zahlreichen Unwetterwarnungen. Bis jetzt arbeitet er einwandfrei. Er ist also sehr robust.
Also kurz und prägnant: Man kann die Friktion schnell und einfach verstellen. Viel besser als bei den Köpfen aus dem Hause Arca, Markins, Sunwayfoto etc., bei denen das Einstellrad der Friktionseinstellung, der Größe eines Centstücks entspricht. Die Feststellschraube wird durch einen Hebel ersetzt. Das Funktioniert einwandfrei. Das Lösemoment der Kugel ist besonders gering. Die Panoramaplatte ist sehr gut geworden und läuft einwandfrei.
Fazit zum CB5:
Kurz und knackig will ich sagen, der CB5 lässt sich einfach bedienen. Auch mit Handschuhen. Und er funktioniert! Er baut etwas höher als die Konkurrenz. Das Lösemoment ist dafür geringer. Es ist also ein weiterer sehr guter Kugelkopf. Dieses Mal jedoch Made in Germany.

 


Perfekte Riffelung der Panoramaschraube

Q-Base und Panorama-Q:
Das Q-System von Novoflex ist voll Arcakompatibel, was bedeutet, dass man eigentlich alles klemmen kann, was zum so genannten Schwalbenschwanzsystem gehört. Die Q-Base ist dabei die einzige richtige Schnellwechseleinheit, die ein schnelles Wechseln erlaubt. Man kann einfach die Platte einführen und das System schnappt von alleine zu. Man muss lediglich danach noch festziehen, kann aber theoretisch sofort das erste Bild machen. Das funktioniert wirklich sehr gut. Vorsicht ist jedoch im Winter geboten. Als ich es irgendwie geschafft hatte Schmelzwasser in die Q-Base zu bekommen, ist dieses bei -10 Grad gefroren, wodurch ich nicht mehr zwischen meinen Objektiven wechseln konnte. Das ist ärgerlich, da man bei den traditionellen Klemmen „draufhauen“ kann, bis sich das Eis löst und man wieder klemmen kann. Das geht bei der Q-Base nicht. Wer also viel in kalten Regionen macht, ist mit der Q-Mount besser bedient.
Die Panorama-Q ist super. Tolle Riffelung der Feststellknöpfe, läuft sehr weich und lässt sich gut blockieren. Ich setze Sie sehr gerne ein.

Service:
Beenden wir den Bericht aber nicht an dieser Stelle. Hier würde ich nämlich normalerweise enden. Doch es gibt noch mehr zu beachten, auch wenn ich das selbst lange nicht gesehen habe: Den Service. Der Service ist schließlich der Grund, weshalb ich gewechselt bin. Er macht seinem Namen alle Ehre. Bereits in der Vergangenheit war er gut, doch auch heute funktioniert er noch top!
Ich habe schnell festgestellt, dass die Schnellwechseleinheit Panorama Q nicht über einen Verdrehschutz wie die Q-Base verfügt. Das wäre schließlich technisch gar nicht möglich. Leider gab es dafür keine werksseitige Lösung. Nach einem kurzen Anruf, in dem ich meine Lösungsidee vorgetragen habe, wurde mir Angeboten dies zu konstruieren. Es wurde ein Loch in den Teller meines CB5 gebohrt und eine Konterschraube, genau wie bei der Q-Base, eingebaut. Nur in den Teller des CB5. Ich war beeindruckt. Zum ersten Mal wurde genau das gemacht, was ich als Kunde gewünscht habe. Ich weiß gar nicht wo zum letzten Mal wirklich genau das gemacht bzw. geändert worden ist, was ich beanstandet habe. Natürlich muss man dafür etwas bezahlen, aber nichts scheint unmöglich zu sein bei Novoflex. Die Mechaniker haben mein Problem genau so gelöst, wie ich es für meine Praxis benötigt habe. Bei anderen Herstellern musste ich mir Spezialisten für Bastellösungen suchen.

Fazit:
Kurz und bündig: Den perfekten Kugelkopf gibt es nicht. Der CB5 kommt ihm aber sehr nah. Insgesamt funktioniert alles, so wie es soll und so wie man es erwarten darf für den Preis. Dennoch ist ein Punkt wesentlich besser als bei der Konkurrenz, und das ist der Service. Ich bin nun zufriedener Novoflexkunde und will in Zukunft auf keinen Fall Produkte aus Übersee verwenden.

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Auch in der roten Wüste zeig der CB5 keine Schwäche. (©Michael Lauer)

 


Das Lupenobjektiv macht erst zusammen mit dem Novoflex Castel Q richtig Spaß!

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