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Canon RF 14-35mm f/4.0 L IS USM mein erster Test

30. August 2021

Fototechnik, Kameratest, Objektivtest

Meine Gedanken zum anhören:

 

Oben Canon RF 14-35mm 4.0 L IS USM; Unten Canon EF 16-35mm 4.0 L IS USM

Moin Leute, heute gibt’s mal wieder was Technisches, der erste Erfahrungsbericht zum Canon RF 14-35mm f 4.0 L IS USM. Jeder von euch der mir länger folgt weiß, dass ich eigentlich überhaupt nichts davon halte, immer zeitnah die ersten Erfahrungsberichte zu schreiben. Eigentlich will ich die Linse nur in der Naturfotografie einsetzen oder besser gesagt in der Landschaftsfotografie. Ich bin der Meinung, dass man nach ein oder zwei Jahren intensiver Arbeit überhaupt erst sagen kann, ob man ein Objektiv mag und braucht oder nicht. Ihr wollt aber immer den ersten Eindruck lesen, also hier ist er.

Große Fußstapfen:

Das Canon RF 14-35mm f 4,0 L IS USM wird es nicht leicht haben, denn das Canon EF 16-35mm f 4.0 L IS USM war ein rundum gelungenes Objektiv. Mit einem Neupreis von vergleichsbar günstigen 929€ und einem Gebrauchtpreis von 600€ ist es aus meiner Sicht ein nahezu perfektes Weitwinkelzoom für Landschaftsfotografen. Es ist klein, leicht scharf und der Sonnenstern ist geil. Selbst die Bildecken sind richtig gut. Ich habe es 2014 geliefert bekommen und nachdem es mir 2016 geklaut wurde, ist mein heutiges Exemplar sogar das zweite Canon EF 16-35mm f 4,0 L IS USM. Um es ganz klar zu sagen, aus meiner Sicht ist dies eines der besten und vielseitigsten Weitwinkelzoomobjektive, das Canon je gebaut hat. Bei mir ist es neben dem Canon RF 100-500mm L IS USM das mit Abstand am meisten benutzte Zoomobjektiv. Ich werde in diesem Test das Canon 16-35mm L IS USM mit dem Canon RF 14-35mm L IS USM vergleichen, dabei nehme ich immer Bezug auf das Canon 16-35mm mit dem EF/RF Adapter, da ich ohne den EF/RF Adapter das Objektiv nicht an die Canon EOS R5 ansetzen kann. Alle Bilder stammen aus der hochauflösenden Canon EOS R5.

#Transparenz, ich bin Canon Ambassador, das Objektiv habe ich ohne Gegenleistung erworben direkt bei meinem Händler des Vertrauens AC-Foto. Entsprechend wurde kein Einfluss auf mich ausgeübt. Ja, ich bin Technikfan und Canon Nutzer seit über 20 Jahren, was dazu führt, dass ich mit Canon Produkten besonders kritisch umgehe.

Die Rücklinse des Canon RF 14-35mm ist fest.

 

 

Unboxing, auspacken und erster Eindruck:

Was im Karton ist, bleibt im Karton, ich nehme nur das Objektiv und die Streulichtblende raus und stopfe die Rechnung in den Karton. Dabei fällt mir auf, 1819€ für ein 4,0 Zoomobjektiv, das ist wirklich teuer. Etwa das doppelte des Canon EF 16-35mm f 4,0 L IS.

Im ersten Moment denke ich wow ist das Canon 14-35mm klein und leicht geworden. Eine superkompakte Bauweise mit hochwertigen Kunststoffen. Wie alle neuen Canon RF L-Objektive besteht es aus Kunststoff.

Alles ist selbsterklärend, eine Streulichtblende und zwei Schalter AF/MF und IS on/off.

 

Bauform, Größe, Gewicht, Verarbeitung und technische Daten

Folgende Dinge Fallen mir bei der Bauform besonders auf:

  • Die Rücklinse beim 14-35mm ist starr verbaut als letztes Element. Eine interessante Konstruktion, die in der Praxis zwei Dinge für mich beinhaltet, zum einen kann ich die Rücklinse deutlich leichter reinigen und zum anderen ist es ein guter Schutz vor Staub beim Zoomen.
  • Das Canon RF 14-35mm verändert seine Größe beim Zoomen, sprich bei 20mm ist es am kompaktesten und bei 14 und 35mm am längsten. Das Canon EF 16-35mm veränderte seine Länge im Inneren. Auch, wenn man das nicht vergleichen kann, gehe ich davon aus, dass das 16-35mm länger im Regen durchhält, bevor Wasser im inneren ist als das RF 14-35mm. (Das ist nur eine These, nicht belegbar.)

 

 

Größe und Gewicht:

Das Canon RF 14-35mm L IS USM ist wesentlich kompakter, mein Messschieber sagt 99,85mm von der Bajonettabdichtung bis zum Frontende des Tubus. Das Canon EF 16-35mm L IS USM mit angesetztem EF RF Adapter ist 136,7mm lang. Der Unterschied von fast 4cm ist gigantisch, damit ist das RF 14-35mm L IS USM etwa 27% kürzer geworden.

Beim Gewicht sieht es ähnlich aus, das Canon RF 14-35mm L IS USM wiegt nur 562g (mit Streulichtblende ohne Deckel) und 539g (ohne Alles). Das Canon EF 16-35mm L IS USM wiegt 751g mit dem einfachsten EF RF Adapter und Streulichtblende und ohne letztere 726g. Das Canon RF 14-35mm ist also ziemlich genau 25% leichter.

 

Handling:

In der Praxis ist das kleinere 14-35mm L IS USM einfach viel, viel geiler vom Handling, des es einfach nicht so lang ist. Es macht richtig Spaß dieses Objektiv in der Hand zu halten und damit zu arbeiten. Besonders schön ist auch hier das 77mm Filtergewinde, das sich bei fast allen meiner RF Objektive durchzieht. Besonders hervorzuheben ist die Naheinstellgrenze von 20cm, was für einen maximalen Abbildungsmaßstab von bis zu 1:2,63 sorgt, also fast in den Makrobereich vorstößt. Zum Vergleich das 16-35mm L IS hat eine Naheinstellgrenze von 28cm und einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:4,35.

 

Bildstabilisierung und Autofokus:

Das Canon RF 14-35mm L IS verfügt, wie die Bezeichnung sagt über einen Bildstabilisator. Der IS arbeitet sauber und sehr konsistent mit der Canon EOS R5 zusammen. Im ersten Eindruck arbeitet er ähnlich sauber, wie der des Canon EF 16-35mm L IS, wobei er konsistentere Ergebnisse liefert. Als Beispiel, bei 35mm und 1.3sek Belichtungszeit gelangen mir bei drei Fotos hintereinander jeweils ein scharfes Bild und zwei unscharfe, die unscharfen aufnahmen waren beim RF jedoch weniger verwackelt. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Ergebnisse konstanter sind im Randbereich, also das der Bildstabilisator also sauberer arbeitet, es ist aber kein riesiger Sprung.

Beim Autofokus und dem Weitwinkelzoom bin ich eigentlich der falsche Ansprechpartner, er ist mit Sicherheit schneller geworden vor allem bei der Gesichts- und Augenerkennung, das sind schließlich alle RF Objektive, aber meine Motive lassen mich selten so nah ran, dass ich hierbei einen Unterschied merken könnte. Entsprechend kann ich hier keine sinnvolle Aussage treffen.

 

Unmöglichkeit des Vergleichs, Enttäuschung und Frustration:

Bevor wir zum wichtigsten Bereich kommen, der Bildqualität muss ich über eine Enttäuschung sprechen. Das Wort habe ich bewusst gewählt, es ist nämlich das Ende der Täuschung. Damit meine ich die Objektivkorrekturen. Das Canon RF 14-35mm setzt Objektivkorrekturen ein, die in Echtzeit eingerechnet werden. Das Bedeutet das Sucherbild der Canon EOS R5 zeigt immer das korrigierte Bild an. Das RAW kommt allerdings ohne diese Korrekturen aus der Kamera, was ich persönlich super finde, denn ich sehe wirklich was das Objektiv an der Stelle abliefert. (Ganz im Gegensatz zu einigen anderen Herstellern)

Warum ist es nun unmöglich die Bilder zu vergleichen, ganz einfach, bei meinen ersten beiden Testreihen, habe ich wie immer alle Korrekturen deaktiviert und war der Meinung, ich bin zu blöd für einen Vergleich, denn die Bilder waren alle nicht Deckungsgleich, also der Vergleich 14-35 vs. 16-35 hat nicht funktioniert. In der dritten und vierten Testreihe habe ich irgendwann verstanden, dass das Problem nicht hinter der Kamera liegt (wovon ich immer ausgehe), sondern am Objektiv. Das Canon 14-35mm greift massiv in die Objektivkorrekturen ein, wodurch der Bildausschnitt, was den Bildwinkel und die Verzerrung angehen massiv verändert wird. Das bedeutet ohne Canon DPP kann man die Bilder nicht 1:1 vergleichen. Ich tue es trotzdem, da mich die optische Qualität interessiert und nicht die Qualität der eingerechneten Korrekturen. Jetzt wird es spannend! Das Canon RF 14-35mm beschneidet das Bild bei 16mm so krass, wie ich selbst meine Bilder nie beschneiden würde. Für Fotografen, die unachtsam Fotografieren mag das ein Segen sein, dass Sie im Zweifel mehr retten können. Ich bin davon als Fotograf frustriert, denn ich komponiere jeden Bildecken absolut bewusst und verlasse mich eigentlich darauf mein Foto nicht beschneiden zu müssen. Vergleiche ich nun die Bilder im nächsten Kapitel Bildqualität, so sollte sich jeder darüber bewusst sein, dass ich beim Canon EF 16-35mm L IS USM wirklich die Bild Ecke zeige und beim Canon RF 14-35mm L IS eben 1cm vor der Bild Ecke zeige. Das ist nicht das Unvermögen des Fotografen oder der Versuch diesen Test zu Schönen, sondern die Realität. Die Bilder sind beim Fotografieren so deckungsgleich wie möglich und sind, sofern man die JPGs aus der Kamera nimmt oder das Canon eigene Programm, auch nahezu deckungsgleich. Im RAW ohne die Korrekturprofile aber nicht.

Jetzt kommen wir zu Adobe, den eigentlichen Kern der Frustration. Ich muss als Canon Fotograf sagen, aus meiner Sicht und für meine Anwendung ist der Adobe Camera RAW einfach richtig, richtig schei** geworden. Ernsthaft, seit der Canon EOS 5D IV gab es kein Camera Standard Profil mehr, die Farben die Adobe aus den R Modellen zieht sind derart undifferenziert und einfach für den Ars**. Alle Workarounds mit Profilen, die selbst erstellt werden oder auch verkauft werden sind nur notdürftige Krücken im Vergleich dazu was Canon aus der hauseigenen Software DPP zieht. Letztere ist jedoch auf Grund der Usability schlicht unbrauchbar. Und spätestens mit dem Canon RF 14-35mm sind nicht nur die Farben richtig schlecht im Adobe Camera RAW, sondern dank der fehlenden richtigen Objektivkorrekturen eigentlich alles am Foto. Und wenn ich schon am Frust abladen bin, die Objektivkorrekturen von Adobe sind im Adobe Camera RAW leider für alle Zoomobjektive richtig schlecht. Meine Vermutung ist, dass Adobe alle Korrekturen von einer Brennweite oder zwei Brennweiten aus errechnet und sich nicht die Mühe macht hier richtige Profile zu erstellen.

Warum ich mit Adobe immer noch arbeite? Gute Frage, Bequemlichkeit? Oder weil ich die Cloud bereits für Jahre im Voraus bezahlt habe? Diesen Winter werde ich aber andere RAW Konverter für mich testen. (Muss ich diesen Bereich eigentlich auch mit Werbung kennzeichnen? Wenn ja, dann wurde ich hier von Adobe unterstützt bzw. mein Problem ist, dass ich eben nicht unterstützt wurde.)

 

Bildqualität:

Wie oben beschrieben ist es unheimlich schwer die Bildqualität zu vergleichen. Grundlegend sind die Ecken des 14-35mm schlechter als die des 16-35mm Objektives. Die Ecken sollten wir, jedoch überhaupt nicht sehen, wenn es nach Canon geht. Vergleicht man den Bildaufbau mit dem gleichen Bildaufbau, sind die Bildecken auf einmal beim RF 14-35mm deutlich besser als die des EF 16-35mm. Canon hat hier also sehr bewusst für die kompakte Bauweise und den größeren Bildwinkel die optische Konstruktion auf die Korrektur ausgelegt. Ob wir das jetzt gut oder schlecht finden, ist vollkommen egal, es ist die Zukunft und wenn wir zu den Smartphones blicken, sehen wir, was hier möglich wird. Entsprechend empfinde ich es als den richtigen Schritt. Wenn wir den Canon Ingenieuren unterstellen, dass sie mehr Wissen über Objektivkonstruktion haben als wir, dann wurde die gesamte Objektivkonstruktion auf das entsprechende Objektivkorrekturprofil ausgelegt. Ich teste hier um eine Blende abgeblendet auf 5,6. Warum ich das mache? Bei 8.0 haben wir bereits Beugungsunschärfe an der Canon EOS R5 und ich will für mich die beste Qualität für Landschaftsaufnahmen testen.

Ich vergleiche hier jetzt die Bildergebnisse Anhand des etwa gleichen Bildausschnittes und da muss ich sagen, das RF 14-35mm ist mit allem Frust, den ich oben beschreibe, einfach besser in allen Belangen.

Hier ein Beispiel wie stark der Beschnitt einer Aufnahme für die Korrektur beim Canon RF 14-35mm @16mm ist.

16-20mm:

Für mich persönlich ist die Brennweite bis 20mm die wichtigste an diesem Objektiv (oben raus habe ich genug andere Objektive) und hier ist das RF 14-35mm einfach besser. In der Bildmitte bildet es mehr Details und Strukturen ab, ich spreche nicht unbedingt von Schärfe, sondern wirklich von den Details. An den Bildrändern geht es mir genauso.

Nach der Objektivkorrektur sind die Ecken alle deutlich besser, ohne die Korrekturen bei gleichem Bildaufbau aber auch.

Die Vignettierung ohne Korrektur ist bei 16mm beim RF 14-35mm sehr deutlich. Diese wird jedoch nicht korrigiert durch das Aufhellen der Ecken, sondern durch eine Korrektur der Verzeichnung, wodurch die größten Teile der Vignettierung aus dem Bild „gedrückt“ werden.

Die Chromatischen Aberrationen waren bereits beim EF 16-35mm L IS gut korrigiert, beim RF 14-35mm sind sie noch einen kleinen Ticken besser korrigiert, gerade an den Bildrändern.

Vergleich Bildecke oben rechts.

Vergleich Bildecke oben links

Vergleich Bildrand oben links

 

Vergleich gleichmäßige Textur nahe der Bildmitte

20-35mm:

Gerade in Richtung des langen Endes war das Canon EF 16-35mm nie perfekt, aber gut. Auch hier kann man dem Canon RF 14-35mm eine deutliche Verbesserung nachsagen. In allen Bereichen des Bildes weist es mehr Schärfe und mehr Details auf.

Auch in diesem Brennweitenbereich wurden die Chromatischen Aberrationen beim RF Objektiv besser korrigiert.

Warum ich in diesem Brennweitenbereich nur so wenige Vergleichsbilder zeige? Ab 20mm aufwärts ist das RF 14-35mm einfach wirklich gnadenlos besser als das EF 16-35mm

Bei 35mm ist mein RF 14-35 in allen Belangen deutlich besser.

14mm:

Bei 14mm ist natürlich kein Vergleich möglich, da das 16-35mm eben 16mm am kurzen Ende hat. Auch wenn 2mm weniger nicht viel klingen ist, das richtig viel. Mathematisch gesehen sind es 12,5% weniger Brennweite, was jedoch bewusst die falsche Betrachtungsweise ist. Entscheidend ist der Bildwinkel und dieser ist bei 14mm wesentlich weiter. Über die Bilddiagonale betrachtet ist es der Unterschied von 114 zu 108 Grad. Über die Bildhorizontale der Unterschied zwischen 104 und 98 Grad. Das ist ein enormer Unterschied in einigen Situationen.

Bei 14mm gibt sich das neue Canon RF 14-35mm keine Blöße, solange alle Korrekturen aktiviert sind. Deaktiviert man diese, so sind die Bildecken schwarz. Diese werden durch die Objektivkorrektur auch aus dem Bild „gedrückt“ wodurch sie im Sucher der Kamera nicht zu sehen sind.

Verzeichnung:

Das Kapitel Verzeichnung spare ich mir, so lange es noch keine richtigen Profile gibt außer in DPP.

Dunkle Ecken bei 14mm; konvertiertes RAW ohne Korrekturen.

Korrigiertes Bild (JPG aus der Kamera verkleinert).

Naheinstellgrenze:

Sehr interessant ist auch die optische Leistung von Zoomobjektiven an der Naheinstellgrenze. Ich persönlich finde die meisten Zoomobjektive an der Naheinstellgrenze optisch als unbrauchbar bis maximal ok. Die einzige Ausnahme macht hier das Canon EF 100-400mm L IS II und das Canon RF 100-500mm L IS. An der absoluten Naheinstellgrenze verlieren die meisten Zoomobjektive einfach Brillanz und Schärfe. Beim Canon RF 14-35mm f 4.0 L IS USM ist es ähnlich, an der Naheinstellgrenze bei 35mm ist das RF 14-35mm aus meiner Sicht unbrauchbar. Bei 14mm hingegen ist es an der Naheinstellgrenze erstaunlich scharf. Sprich für Weitwinkelaufnahmen im Habitat von kleinen Tierarten eignet sich das Canon RF 14-35mm im Weitwinkelbereich hervorragend, aber bei 35mm werde ich damit niemals Makroaufnahmen machen.

An der Naheinstellgrenze bei 35mm ist das RF 14-35 wesentlich weicher als das RF 35mm 1.8.

Sonnenstern:

Für alle die den Sonnenstern zu der optischen Qualität zählen, der Sonnenstern des Canon EF 16-35mm L IS ist perfekt, der des Canon RF 14-35mm ist sehr ähnlich. Welcher wirklich besser gefällt wird die Zeit zeigen, aber hier mache ich mir eigentlich keine Gedanken.

 

Praxisrelevante Unterschiede:

Das neue Canon RF 14-35mm 4.0 macht einige Dinge besser vor allem:

  • 2mm kürzere Brennweite
  • kompaktere Bauweise (27% kürzer)
  • deutlich leichter (25% weniger Gewicht)
  • konsistentere Performance der Bildstabilisierung
  • bessere optische Leistung nach der Korrektur
  • Bessere Naheinstellgrenze und besserer maximaler Abbildungsmaßstab

 

Fazit (eines sehr kurzen Tests, Langzeit Erfahrungen folgen):

Auf den ersten Blick sind einige Dinge der Neuentwicklung beängstigend. Beim Canon RF 14-35mm f 4.0 L IS USM wurde aber sehr viel praxisrelevantes besser gemacht. Das gesamte Handling und die Bauform machen viel mehr Spaß an den kompakten Spiegellosen, die Naheinstellgrenze wurde wesentlich verbessert und die gesamte Performance optimiert.

Für alle die mich nach dem Aufpreis von 929€ Canon EF zu 1819€ Canon RF gefragt haben, das Canon EF Objektiv liefert nach wie vor eine sehr gute Leistung ab und ist ein für Landschaftsfotografie perfekt geeignetes Objektiv, sonst hätte ich es nicht 7 Jahre lange benutzt. Nun ist jedem bewusst, die letzten paar Prozent Qualität kosten immer einen Immensen Aufpreis. Genau das ist hier auch der Fall. Wer die 1800€ für das RF nicht bezahlen will, der sollte sich ein gebrauchtes EF 16-35mm L IS für 600€ kaufen und wird damit wirklich ein geiles Objektiv bekommen. Wer professionell arbeitet oder wen der Aufpreis nicht wirklich stört, der bekommt eben ein Canon RF 14-35mm, das in allen praxisrelevanten Bereichen besser geworden ist.

P.S.: (Gedanken)

Findet Ihr es nicht auch beängstigend, dass Objektive immer stärker in den Kameras korrigiert werden? Gehört Ihr nicht auch zu denjenigen, die sagen Objektivbaukunst bedeutet, dass die Objektive an sich perfekt sind? Ich zähle mich zu genau diesen. Doch wenn ich dieser Tage darüber nachdenke, so realisiere ich, dass ich gegenüber Canon regelmäßig die Forderung nach mehr künstlicher Intelligenz in der Verarbeitung, mehr Konnektivität, mehr konkrete Innovation fordere und konkrete Vorschläge mache, die genau in diese Richtung gehen. Softwareengineering und Optimierung in der kamerainternen Bildbearbeitung sind aus meiner Sicht nur der Anfang, eigentlich erwarte ich von künftigen Kameragenerationen LiDAR Sensorik für 3D Modelle und darauf basierte Entrauschungsalgorithmen und vor allem auch wesentliche Erleichterung für die Bildbearbeitung, egal ob Fokusstacking, Bildbereichsauswahlen für Composings etc. Aus diesem Grund verschließe ich mich nicht vor diesen Entwicklungen. Umgekehrt schätze ich Objektive, die an der optischen Perfektion kratzen sehr. Das ist aus meiner Sicht kein Wiederspruch, sondern die Entwicklung.

 

 

UPDATE:

Hier noch ein Paar Vergleichsbilder von der Ludwigskirche in Saarbrücken bei perfekten kühlen und klaren Bedingungen am Morgen ohne Hitzeflimmern. Dieses Mal bei Offenblende 4.0 bei 16mm mit JPGs aus der R5. Eigentlich vernichtend für das EF 16-35mm:

Bildmitte

Bildrand rechts oberer Bereich

Bildecke unten Links

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