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Canon EOS R5 – erste Erfahrungen aus der Praxis; meine kurzer Test

10. August 2020

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Kameratest

Dies ist mein erster Erfahrungsbericht ohne fertig bearbeitete Bilder, da Adobe nicht mit dem RAWkonverter nachkommt. Für alle die auf DPP oder auch auf den DNG Konverter setzen und vertrauen habe ich für 7 Tage RAWs hochgeladen. Hier findet Ihr jeweils zwei ISO 3200 RAWs, zwei ISO 6400 RAWs und zwei ISO 100 RAWs. Alles sind Bilder von mir aus der Praxis. Natürlich habe ich jetzt nicht meine Topshots rausgerückt, aber es ist eine ordentliche Qualität. Downloadlink wurde entfernt

Natürlich gibt es auch eine neue Podcastepisode mit meinen Erfahrungen:

 

 

Praxiseinsatz der Canon EOS R5

Selten wurde über ein neues Canon Produkt so hitzig diskutiert wie über die Canon EOS R5. (was für ein schönes Wortspiel …)

Canon hat mit der Canon EOS R5 und der Canon EOS R6 die eigenen Gamechanger angekündigt und die Erwartungen in die Höhe geschraubt. Es ist der offizielle Eintritt in die professionelle/re Spiegellose Fotografie. Ein infernaler Angriffsschrei auf den bis jetzt noch nicht erschlossenen Markt für Canon. An dieser Stelle ist mir wichtig zu erwähnen, dass ich meine Canon EOS R5 von mir ganz normal bei AC-Foto erworben wurde. Die Frage die man sich natürlich stellen muss ist, bin ich stärker pro Canon, weil ich Ambassador bin oder bin ich stärker pro Canon, da ich die Kamera gekauft habe und mir entsprechend die Investition schönreden muss? Ganz offen, jeder der meine Erfahrungsberichte zur Canon EOS R gelesen hat, weiß wie kritisch ich die Dinge hinterfrage und beurteile und auch hier probiere ich einfach meine Eindrücke zu schildern. Ganz wichtig an der Stelle, ich habe keine einzige unnötige, unnütze und irrelevante Aufnahme mit der Kamera gemacht. Ich habe keine Langzeitbelichtungen vom inneren meines Objektivdeckels aufgenommen, kein Wasser beim Filmen in 8K erhitzt mit der Kamera und ich habe auch keine anderen Versuche angestellt, die mich nicht weiter bringen, ich habe einfach das fotografiert, was ich sonst auch fotografiert hätte. Erschwerend kommt hinzu, dass es aktuell nur DPP gibt, das die RAWs öffnen kann oder einen DNG Konverter von Adobe. Sprich, eine wirklich normale Betrachtung wie ich es gewohnt bin vom Workflow ist überhaupt nicht möglich. Mein wirkliches Fazit folgt in einem Jahr, wenn ich die Kamera wirklich kennen gelernt habe.

Der Weg von der DSLR zur Spiegellosen:

Wer von der DSLR kommt und zur Spiegellosen wechselt und genau so weiter fotografieren will, wie er es vorher getan hat, der sollte seinen Wechsel überdenken. Wer wirklich umsteigen will, muss sich auf die Spiegellose Kamera einlassen um die Potenziale der Kamera zu heben und seinen Workflow und seine Kameraeinstellungen mit Sicherheit massiv umstellen. Aus diesem Grund empfehle ich jedem der von der DSLR kommt, benutzt die Spiegellose einmal 3 Monate, überdenkt ALLE eurer Einstellungen und findet ein neues Setting, das zu euch passt. Sonst werdet ihr mit der Spiegellosen nicht gut zurechtkommen.

 

Meine Canon EOS R5 auf der Wiese.

Auspacken und erster Eindruck:

Wer mit Canon fotografiert bekommt hier die übliche schwarze EOS R Box geliefert. Beim Auspacken habe ich alles ignoriert und wie immer nur die Kamera, das Ladegerät und den Akku entnommen. Der erste Eindruck ist sehr solide. Die Canon EOS R5 liegt wirklich super in der Hand, es ist wohl die aktuell ergonomischste Spiegellose Systemkamera. Der Griff ist endlich gewachsen und das Daumenrad ist zurückgekommen. Ich finde die Kamera liegt sehr gut in der Hand, wie eine echte 5er, aber nicht wie eine 1er. Die 1DX III kann ich stundenlang in der Hand baumeln lassen, ohne dass sie mir aus der Hand fällt, das kann ich sonst mit keiner anderen Canon Kamera. Für eine Kamera ohne Batteriegriff liegt sie aber wirklich sehr, sehr gut in der Hand.

Bei der neuen EOS R5 muss ich sagen, es sind wirklich viele Einstellungen möglich, was toll ist. Umgekehrt ist die Funktionskomplexität wirklich gewaltig und schwer zu überblicken. Um es in eine Zahl zu packen, das Benutzerhandbuch hat nur 938 Seiten. Woher ich das weiß? Ich hab dreimal darin gelesen, was ich wirklich lange nicht mehr getan habe.

Bedienelemente:

Die Bedienelemente der neuen EOS R5 sitzen alle an gut erreichbaren Stellen für meine Hand. ENDLICH ist der AF-On Button näher an den Sucher gerückt und er lässt sich deutlich besser als der der Canon EOS R erreichen. Das Daumenrad könnte für meinen Geschmack etwas höher sitzen und die Q und Info Taste müsste dann eben woanders Platz finden. Ich muss ehrlich sagen nach einem etwa 8 Monaten mit der EOS R musste ich mich an das Daumenrad wirklich gewöhnen. Gleichzeitig ist die Touchbar weggekommen und ich vermisse die Touchbar, womit ich vermutlich zu den drei Nutzern gehöre, die das Teil wirklich gut fanden.

Von den Einstellungen kann man die Canon EOS R5 wirklich extrem individualisieren. Sprich ich kann wirklich sehr, sehr frei einstellen was ich möchte und das rate ich jedem von euch. Ich habe jede der Tasten hinterfragt, meine Tasten dreimal komplett neu belegt, bis ich mein aktuelle Setting gefunden habe, das mir gut gefällt. Jede Taste hat nun die Funktion die ich für meine Art der Fotografie benötige und ich muss sagen die Bedienung ist für mich wirklich 1A.

Der Absolute Game Changer ist so simpel, das keiner darüber spricht. Seit bestimmt 10 Jahren bettel ich förmlich darum. Die Canon EOS R5 hat endlich drei Einstellräder. Das heißt ich habe ein Rad für ISO, eins für Blende und eins für die Verschlusszeit. Endlich, das ist wirklich eine perfekte Arbeitserleichterung.

Generell habe ich das Gefühl, das Canon viele Dinge, die ich sonst nicht einstellen konnte, nun in der EOS R5 möglich gemacht hat.

Der Joystick ist komplett neu entwickelt worden und man kann diesen in der Sensibilität verstellen. Auf höchster Empfindlichkeitsstufe kann man seine AF Felder wahnsinnig schnell verschieben wirklich geil. Dazu kann ich nach wie vor das AF Feld auch über das Touchdisplay verschieben, so wie es mir gerade lieber ist.

Ich bin mir sicher, dass meine Canon EOS R5 niemand außer mir bedienen kann, aber die Kamera ist sooooooo schnell und blind zu bedienen, dass ich hier schneller bin als an der Canon EOS 1DX. (was die Bedienung angeht).

Zur Wetterfestigkeit kann ich nichts sagen, ich bin bei einer Starkregenmeldung an den Bach gefahren, doch es hat kaum geregnet, das hätte jede Kamera ausgehalten.

Geschwindigkeit:

Die Canon EOS R5 ist auf Geschwindigkeit ausgelegt, das merkt man einfach in jeder Faser der Kamera. Die Bootzeit ist massiv kürzer geworden und mit ca. einer Sekunde wirklich erträglich geworden. Sie startet wirklich fix.

 

Hier eine Grafik (ohne Gewähr), die nicht abschließend ist.

 

Dazu kann man nun schnelle CFExpress Karten kaufen. ACHTUNG hier dürft ihr nicht sparen, ihr habt nur alle EOS R5 Funktionen, wenn Ihr auch wirklich Speicherkarten mit einer schnellen Schreibgeschwindigkeit kauft. Gerade die günstigen 64GB und 128 GB Karten der großen Hersteller schummeln hier gerne. So gibt Canon offiziell an, dass die 64/128GB Sandisk Karte zu langsam ist. Lest also die Spezifikationen wirklich sorgfältig durch. Die Schreibgeschwindigkeit sollte mindestens 1200MB/sek betragen, besser >1400MB/sek.

Ansonsten bleibt nur zu sagen die Canon EOS R5 reagiert wirklich schnell auf jeden Tastendruck. Hier gibt es keine Verzögerungen.

Sucher:

Der Sucher der neuen Canon EOS R5 löst sehr gut auf und ist mit über 5Mpix Auflösung wirklich top. Im Menü könnt Ihr die Anzeigeleistung hochdrehen, das kostet mehr Strom, ermöglicht allerdings auch mehr Bilder pro Sekunde im Sucher und sorgt für eine schnellere Reaktionszeit des Suchers. Generell ist der Sucher wirklich auf einem top Niveau und auf jeden Fall einer der besten Sucher im spiegellosen Bereich. Gerade hier bin ich mir sicher, dass es in den kommenden Jahren noch einige Fortschritte geben wird. (Besonders Cool finde ich, dass man die Farben im Sucher nachkorrigieren kann, wenn man das möchte.)

Gleichzeitig kommt die Frage auf, wie ist die Blackoutzeit, also wie lange ist der Sucher zwischendrin schwarz und stört das wirklich den Workflow wie bei der Canon EOS R? Wichtig dabei ist, zu bedenken, sobald man einen mechanischen Verschluss einsetzt, ist der Blackout der gleiche wie bei einer Spiegelreflexkamera, bei der der Spiegel hoch und runter klappt. Der tatsächlich interessante Blackout bezieht sich also auf den elektronischen Verschluss. Wäre dieser Blackoutfrei, könnte man sein Motiv durchgehend beobachten beim Fotografieren. Die EOS R5 hat Blackout Zeiten, dieses sind aber so gering, dass sie bei langsamen Motiven wie, Menschen, Säugetieren in Bewegung etc. nicht relevant auffallen. Wer allerdings nur Vögel im Flug fotografieren will, wird hier die Blackoutzeit wahrnehmen. Es ist aus meiner Sicht problemlos möglich Actionfotos in allen meinen Naturfotografischen Bereichen zu machen. Einzig bei Vogel Action merkt man die Sucherverzögerung noch. Dies ist mir gerade bei Flugaufnahmen von Turmfalken das aufgefallen.

Sucherlagging, also die Tatsache, dass der Sucher hinterherhängt, merkt man bei den Spieglellosen Kameras, auch bei der Canon EOS R5 vor allem dann, wenn die Belichtungssimulation mit sehr wenig Licht kombiniert ist. Z.B. zur blauen Stunde, wenn Ihr mit ISO 12800 f/5.6 und 1/50sek Tiere fotografieren wollt, oder ihr ohne Filter in einem dunklen Tal 30sek lang einen Bachlauf belichten könnt. Dann ist extrem wenig Licht vorhanden, das auf dem Sensor verstärkt wird. Dies führt dazu, dass die Auslesezeit des Kamerasensor zunehmen muss und dadurch laggt das Sucherbild, was bedeutet, es wird nicht mehr flüssig dargestellt. Auch hier wird es mit Sicherheit in den kommenden Jahren Verbesserungen geben, aber es ist kaum Praxisrelevant.

Insgesamt wirklich ein top Sucher, der jedoch im absoluten HighSpeebereich noch besser sein könnte.

Eine kleine Anmerkung an der Stelle, auch das Display der R5 ist nochmals einen Ticken größer geworden, in der Praxis merkt man diesen Sprung doch deutlich.

Serienbilder und Verschluss:

Jetzt wird es herrlich kompliziert, so kompliziert, das mir selbst die Bedienungsanleitung mit Ihren Ausnahmen kaum weiterhelfen konnte. Wir haben drei Verschlussmöglichkeiten, lautlos/elektronisch, mechanisch und erster Verschluss elektrisch/zweiter mechanisch. Elektronisch schafft die Canon EOS R5 bis zu 20 FPS und mechanisch bis zu 12 FPS. Ist der Akku jedoch weniger als ca. 60% geladen, erreicht die R5 die 20FPS nicht mehr und regelt sich irgendwo bei den 12 FPS ein.

Egal wie ihr die Kamera einstellt (H+; H ODER Serienbild normal), mit dem elektronischen Verschluss ballert die EOS R5 immer Volldampf, was ich nicht verstehe, die technische Erklärung werde ich noch herausfinden. Ich hab hier wirklich mit der Stoppuhr nebendran gestanden und hab nicht herausgefunden, wie ich die R5 an der Stelle „verlangsamen“ kann.

Mit dem mechanischen Verschluss ist alles wie gewohnt, 12 FPS H+ und ca. 8FPS H.

Ab hier wird es kompliziert. Ich benutze NUR den mechanischen oder den ersten elektronischen Verschluss mit dem zweiten Verschlussvorhang mechanisch. Warum das? 1) es gibt keinen Rolling Shutter Effekt (siehe hier) 2) beim elektronischen Verschluss mit 20 FPS erreicht man nicht die 14 Bit Farbtiefe pro Farbkanal, sondern 12 Bit.

Was bedeutet nun die Einstellung elektronischer erster Verschluss? Der Verschluss öffnet reine elektronisch und schließt mechanisch. Das reduziert die Vibrationen, macht Ihn leiser und es gibt keinen Rolling Shutter Effekt.

Ganz wichtig an dieser Stelle, der Sensor der R5 wird extrem schnell ausgelesen und ich konnte bei normalen Säugetierfotos (auch rennenden Tieren) keinen Rolling Shutter Effekt erzeugen. Dennoch alleine durch die Tatsache, das es möglich ist, setze ich lieber auf den elektronsichen ersten Verschluss und vermeide Rolling Shutter Effekte und habe die 14Bit pro Farbkanal (H) und 13Bit pro Farbkanal (H+).

UPDATE 25.08.20 Rolling Shutter Effekt:
Mein Freund Benjamin Wende hat freundlicherweise für mich das Thema RollingShutter bei fliegenden Kleinvögeln getestet. Settings Canon EOS R5 ISO 6400 1/8000sek
Was wir sehen können, dass es nur einen ganz minimalen Rolingshuttereffekt in den Flügeln gibt (siehe 100% Crop). Wer also Natur fotografiert und braucht sich eigentlich keine Gedanken über den Rolling Shutter Effekt mehr machen an der Canon EOS R5. Bei größeren Tierarten (Vögeln und Säugetieren) wird man diesen nicht mehr wahrnehmen können. Es ist absolut beeindruckend, was Canon hier bei dieser hohen Auflösung von 45Mpix geschafft hat. Bei Sport mit vielen Horizontalen Strukturen und gerade bei Kunstlicht kann es natürlich anders aussehen, ich spreche hier wirklich von der Naturfotografie.


Beispielfoto; Copyright Benjamin Wende ISO 6400 1/8000sek


100% Ausschnitt, man kann in der Flügelbewegung ganz leicht den so genannten Rolling Shutter Effekt beobachten.


Absolut beeindruckend, wie gering der Rolling Shutter Effekt ausfällt und wie schnell der Canon EOS R5 Sensor ausgelesen wird.

 

Autofokus:

Der Autofokus der neuen Canon EOS R5 tritt an als gäbe es kein Morgen. Wäre die R5 eine Fahrradfahrer würden die Pedale abbrechen und die Kette reißen. Was die R5 an Geschwindigkeit am Canon 2.8 400mm L IS III liefert ist wirklich krass, das habe ich bei einer nicht 1er noch NIE gesehen. Sie rennt wahnsinnig schnell los. WOW

Der Tieraufgen-AF ist bei Canon so programmiert, dass die Kamera Objekte erkennen kann, ist das Auge zu klein springt der Fokus auf Kopf-Autotokus um oder geht wieder zurück zu Tieraugen Autofokus, immer abhängig von der Motivgröße, oder er wählt das gesamte Tier aus, wenn es zu klein ist. Ihr habt die Wahl, überlasst Ihr der Kamera komplett freie Hand bei der Tierauswahl oder nehmt ihr ein Ausgangs AF Feld. Ich nehme immer das Ausgangs AF Feld, damit ich bei mehreren Tieren selbst entscheiden kann auf welches Tier er springt. Lasse ich die Kamera selbst entscheiden, kann ich (sofern man beide Augen sieht) mit dem Joystick zwischen den beiden Augen hin und her wechseln um zu definieren, auf welches genau fokussiert wird.

Hat der Tieraugen-Autofokus der Canon EOS R5 sein Motiv ergriffen, lässt er es nicht mehr los. (Ich nutze AF Case 2) Eine coole neue Funktion ist „Nachgeführte Motive Wechseln“ diese stelle ich auf 0 (Deaktivieren) dann bleibt der AF immer und Grundsätzlich auf dem ausgewählten Tier und wechselt nicht mehr zwischen den Motiven.

Wer den Tieraugen-Autofokus machen lässt, was er will, der kann bei frontalen Aufnahmen (also in dem Moment in dem beide Augen auf dem Bild sichtbar sind) mit dem Joystick, zwischen den beiden Augen hin und her wechseln. Bei zwei Tieren die erkannt werden, kann man mit dem „Swipe“ auf dem hinteren Display zwischen den Tieren wechseln.

Der Autotfokus rockt wirklich richtig, ich habe immer Probleme gehabt einen Falken als kleinen Punkt, so groß wie das AF-Feld zu tracken vor einem unruhigen Hintergrund. Die R5 beißt sich dabei so fest, wie ich es bei einer DSLR noch nie gesehen habe. Was ich persönlich richtig geil finde ist, ich kann z.B. bei einer Silhouette mein Motiv mit dem mittleren AF-Feld anpeilen und dann die Kamera verschwenken und das AF Feld bleibt dann einfach auf dem Tier hängen und ich kann frei mein Bild gestalten, was meine Arbeitsgeschwindigkeit wirklich massiv erhöht.

Um es offen zu sagen, es ist das beste AF-System vom Gefühl, das ich je bei Canon gesehen habe. Natürlich hat es auch Herausforderungen, die die Phasendetektion einer DSLR wie der Canon EOS 1DX III besser lösen. Diese Problemstellung schriftlich in einem Blog zu erörtern sprengt jedoch den Rahmen, ich werde es jedoch im Podcast andiskutieren.

Erster Einsatz des Canon RF 4,5-7,1/100-500mm L IS 

 

Bildqualität:

Um ehrlich zu sein, ich kann dazu nichts sagen, ich kann es nicht vergleichen, ich habe noch nicht die Tools die ich sonst nutze. Deshalb fällt dieses Kapitel recht allgemein aus. Natürlich habe ich mir einige RAWs angesehen, aber hier steht mein finaler Workflow noch nicht.

Die JPEG Engine ist der Wahnsinn, seit der Canon EOS 1DX III sind die JPGs wahnsinnig geil und die R5 haut Hammer geile JPGS raus. Uns interessieren aber natürlich die RAWs. Ich möchte hier über vier Punkte sprechen, Dynamikumfang, Rauschen, Details/Schärfe und Bildlook.

Zum Blidlook, ich habe keine Ahnung, bis ich hierzu etwas sagen kann brauche ich mindestens ein halbes Jahr Praxiserfahrung.

 

 

Der Dynamikumfang ist sehr gut geworden (Quelle: https://www.photonstophotos.net/). Wäre ich Sony Nutzer würde ich jetzt laut rumschreien, wir haben den besten und größten Dynamikumfang. Wie wir laut Chart sehen können, ist der Dynamikumfang der Canon EOS R5 besser als derjenige der Nikon Z7 und bis auf ISO 250-320 besser, als derjenige der Sony A7R4. Faktisch interessiert mich das nicht die Bohne, da ich bei zu hohem Dynamikumfang lieber mehrere Aufnahmen als Bracketing mache. Ich freue mich aber sehr darüber, das Canon hier aufgeschlossen hat. Was wirklich wichtig an dieser Grafik ist, sind zwei Dinge: 1) ISO 50 und ISO 100 haben beinahe den identischen Dynamikumfang, womit man ISO 50 wirklich nutzen kann, auch wenn es nicht die native ISO ist. 2) der Dynamikumfang ist bei ISO 100 am höchsten und hat einen Peak bei ISO 400. Für mich bedeutet das, wenn ich nicht ISO 100 nutzen kann in der Tierfotografie, springe ich gleich auf ISO 400. Was mir in der Landschaftsfotografie, aber auch der Tierfotografie, ganz massiv aufgefallen ist, die hellen Bereiche behalten deutlich länger Ihre Zeichnung und fressen deutlich später aus.

Die Schärfe und die Detailzeichnung der Canon EOS R5 ist richtig, richtig gut. Natürlich die Canon EOS 5DSR ohne AA Filter hat bei ISO 100 noch mehr Details geliefert, aber ich habe das Gefühl dass es jenseits der ISO 100 bereits bei der EOS R5 besser steht, was die Details angeht. Insgesamt bin ich extrem begeistert von den Details der EOS R5. Sehr interessant ist, das gerade in den höheren ISO Werten, auch ohne Schärfung, Details vorhanden sind, die sehr angenehm auffallen. Der Erste Eindruck ist also sehr Positiv.

Das Rauschverhalten der Canon EOS R5 ist für die Auflösung von 45 Mpix wirklich herausragend. Ich würde aus dem Bauch heraus sagen 3 Blendenstufen besser als bei der Canon EOS 5DSR und locker eine Blendenstufe besser als bei der Canon EOS R und 5D IV. (Manche meiner Freunde sprechen von 2 Blendenstufen besser als die 5D IV)

Interner Bildstabilisator:

Jetzt hätte ich fast den stabilisierten Sensor vergessen, hier kann ich noch relativ wenig Erfahrungen mit euch Teilen, da ich entweder Landschaft vom Stativ fotografiert habe oder mit dem Supertele freihand fotografiert habe.

GANZ WICHTIG, der interne Stabi rappelt bei ausgeschalteten Body, das ist keine Fehlfunktion. Wenn es also in eurer Canon EOS R5 rappelt, wenn Ihr sie schüttelt ist das ganz normal.

Der stabilisierte Sensor ist eine In Body Stabilisation, also der Kamerasensor wird bewegt um Verwacklungen auszugleichen. Dieses System ist besonders effektiv bei kürzeren Brennweiten und mit zunehmender Telebrennweite wird eine effektive Stabilisation im Objektiv deutlich effektiver. Canon ist hier den richtigen Weg gegangen und kann den stabilisierten Sensor mit dem Bildstabilisator im Objektiv kombinieren. Den internen Stabi könnt Ihr bei Bedarf (Stativ) im Menü ausschaltet. Fotografiert Ihr mit einem IS Objektiv, reicht es den IS Schalter auf Off zu stellen und der IBIS wird mit deaktiviert.

Natürlich habe ich zu Hause den Stabilisator getestet. Z.B. kann ich auf einmal mit dem Canon EF 2.8 24-70mm auf einmal 0,4-0,6 sek freihand, scharf bei 24mm und 45 Mpix fotografieren. Gerade bei den IS Objektiven im Bereich 15-105mm wird der stabilisierte Sensor extrem interessant werden in Zukunft. Ich freue mich schon auf die ersten Aufnahmen die ich freihand realisieren kann, die ich vorher nicht machen konnte. Mit meinem neuen Canon RF 1,8 35mm habe ich 0,8sek scharf, freihand realisieren können.

Beim Canon 2.8 400mm L IS III hängt in meinen Augen mehr von meiner Ruhe ab, denn vom IBIS. So kann ich mit einer DSLR 1/50sek realisieren, mit der EOS R5 schaffe ich auch 1/25 gut freihand mit dem 400er. Das sind aber extrem subjektive werde und hängen stark vom jeweiligen Fotografen und seiner Technik beim Fotografieren ab.

Überhitzungsproblem:

Im Internet findet sich viele Posts zu einem Überhitzungsproblem. Die Kamera hat bei mir noch nicht überhitzt. Ich habe diesen Fehler nie ausgegeben bekommen.

Sonstiges:

Akkulaufzeit, Canon hat der R5 einen neuen Akku spendiert, den Canon LP-E6NH. Format ist identisch zum LP-E6N und dem LP-E6, Ihr könnt also eure ganzen alten Akkus einfach weiter verwenden. Bei der Akkulaufzeit habe ich hoch fachmännische Prüfungen vorgenommen und einfach fotografiert. Das bedeutet ich nehme einfach einen meiner Akkus aus dem Rucksack und fotografiere. Selbst mein alter Canon LP-E6 in extrem schlechten Zustand (rot) aus 2013 hält locker einen Vormittag. Tatsache ist, die EOS R5 verbraucht mehr Strom als meine Canon EOS R (gefühlt). Es ist mir aber eigentlich überhaupt nicht aufgefallen. Meine Akkus stammen teilweise noch aus 2012 und arbeiten noch immer ganz ok. Hier würde ich mir überhaupt keine Gedanken machen. (Einer Freundin mit der Nikon Z7 ging der Akku vor meiner R5 aus am gleichen Morgen und ich hatte die alte Akkukrücke von 2013 drin.)

Wasserwaage, nachdem ich mich so über die Wasserwaage der Canon EOS R aufgeregt habe, gibt es nun eine Wasserwaage die ich immer benutzen kann und die nicht das ganze Bild verdeckt in der R5, sehr geil. (Ich arbeite bei jedem Tierfoto und jedem Landschaftsfoto mit der Wasserwaage.)

Mitziehermodus, endlich kann ich mir eine Taste zum Mitziehen von Tieren belegen (also TV Modus mit 1/13sek) wie es sonst nur bei der Canon EOS 1DX I/II/II möglich war. Sodass ich eine Taste mit normalem Spot AF nutze, eine mit dem Tieraugen Autofokus und eine mit dem „Mitziehermodus“.

Gratis EF-RF Adapter, wer von euch CPS Mitglied ist bekommt übrigens mit dem Kauf der R5 bis zum 31.10.20 und beim Kauf der R6 bis zum 30.11.20 einen EF-RF Adapter gratis. (Hier anmelden)

Canon EOS R als Zweitbody? Ganz offen gestanden, wer eine EOS R besitzt mit der Touchbar, der wird wirklich Probleme mit dem parallelen Arbeiten mit den beiden Bodys haben, da das Bedienkonzept doch recht unterschiedlich ist. EOS R Touchbar und R5/R6 haben ein drittes Wahlrad, wodurch ich nicht mit den Kameras parallel arbeiten kann.  Ich würde in der Tendenz lieber mit R6 + R5 oder zwei R5 arbeiten. EOS R + R5 parallel ist wirklich schwer.

Fazit:

Die Canon EOS R5 ist wirklich genial und ein Gamechanger für Canon und uns Naturfotografen.

Der Autofokus ist der Hammer und die Bildqualität ist extrem gut. Ich habe mir immer eine Nikon D850 gewünscht, aber die R5 ist noch viel cooler. Es wurden extrem viele Details verbessert, was dazu führt, dass ich mit der Kamera wirklich richtig gut arbeiten kann. Nach den ersten beiden Wochen bin ich sehr zufrieden und freue mich schon auf die nächsten Fotos mit meiner R5.

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