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Speicherkarten: Worauf muss ich achten? – Eine Pflegeanleitung

5. April 2017

Erfahrungsbericht, Fototechnik

 

Als ich mir für 2017 auf die Agenda schrieb, mich mit Speichermedien zu beschäftigen, um einige fundierte Einträge darüber in meinem Blog verfassen zu können, wusste ich nicht in welchen Informationsdschungel ich mich damit begeben würde und wie wenig ich eigentlich über Speicherkarten wusste. Mein Ziel ist es hier, euch weiterzuhelfen bei der Frage „Welche Speicherkarte benötige ich und wie gehe ich mit Speicherkarten richtig um?“.

Das Ganze soll natürlich möglichst einfach verständlich sein. Hierzu stand mir Herr Linardatos, der Geschäftsführer der Transcend Information Trading GmbH, unterstützend zur Seite. In unseren Gesprächen konnte ich Herrn Linardatos näher kennenlernen, einen wirklich unglaublich freundlichen Mann, der jahrelange Erfahrung und ein immenses Fachwissen über Speichermedien mitbringt, für den Kundenzufriedenheit an oberster Stelle steht und der das Gesicht der Marke Transcend in Deutschland ist.
Ich selbst nutze Transcend Speicherkarten seit langer Zeit. Grund hierfür ist das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis. Qualität und Performance der Produkte sind sehr gut und der Preis ist aus meiner Sicht mehr als fair. Aber kommen wir zurück zum eingangs definierten Ziel:

1) Was muss man beim Kauf einer Speicherkarte beachten?

Beim Kauf von Speicherkarten gibt es einiges zu berücksichtigen, auch wenn es zunächst trivial erscheint. Besonders sollte man auf die Kompatibilität der Karte zu dem Gerät achten, in der die Karte zum Einsatz kommen soll. Auskunft, welche Speicherkarten vom jeweiligen Gerät unterstützt werden, gibt das Handbuch oder die Website des Geräteherstellers. Folgendes sollte vor allem bei SD-Karten beachtet werden:

● Welche SD-Speed Class wird unterstützt?
● Unterstützt ein Gerät nur bis Class 6 wird das Gerät keine Class 10 Speicherkarte erkennen und u. U. einen Class 10 Kartenfehler anzeigen
● Wird UHS unterstützt?
● Will man eine UHS-II Karte in ein Gerät mit lediglich Class 10 Unterstützung einsetzen, wird die Karte ggf. erkannt, aber die Geschwindigkeitsvorteile sind dahin.
● Es können sogar Übertragungsfehler auftreten, obwohl die Spezifikationen dies eigentlich verhindern sollen.
● Einige Kamerahersteller geben max. unterstützte Kapazitäten an
● Einige Kameramodelle unterstützen nur Speicherkarten bis zu einer bestimmten Kapazität, beim Überschreiten dieser erlaubten Kapazität treten dann meist Fehler bis hin zum Datenverlust auf.

Neben der Kompatibilität sollte man auch auf andere Faktoren achten. MLC-Flashspeicher ist aufgrund der längeren Haltbarkeit eine gute Wahl für Fotografen. Des Weiteren sollten sich Käufer besonders bei einem vermeintlichen Schnäppchenkauf bei unbekannten Online-Händlern im Zweifel vorher beim Hersteller informieren, ob es das entsprechende Modell tatsächlich gibt. Gerade bei Speichermedien tauchen immer wieder Plagiate auf.

2) Wie ist eine Speicherkarte überhaupt aufgebaut? Was ist der Unterschied zwischen TLC und MLC? Und wie erkenne ich ihn?

Die wichtigsten Komponenten einer Speicherkarte sind ihr Controller und die Flash Chips. Während der Controller die Steuerzentrale der Karte ist und mit den anderen Geräten und dem internen Flashspeicher kommuniziert, ist der Flash für das Speichern der Informationen zuständig. Vor allem beim Flashspeicher gibt es Unterschiede, die eine Auswirkung auf deren Geschwindigkeit und Haltbarkeit haben. Im Consumer-Bereich kommen entweder TLC oder MLC Flash zum Einsatz. MLC ist dabei der hochwertigere Flash, denn er bietet mit ca. 3000 Schreib/Löschzyklen pro Flash-Zelle eine etwa dreimal bessere Haltbarkeit und in der Regel höhere Transfergeschwindigkeiten als sein TLC Pendant. Erkennbar ist die Art des Flashspeichers allerdings nur, wenn es auf dem Produkt oder der Website des Herstellers ausgewiesen ist. Wird dort nichts genannt, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass ein TLC-Flashspeicher zum Einsatz kommt. Mein Tipp ist ganz klar: Kauft euch nur den langlebigen MLC-Speicher.


Transcend bei CF Karten auf MLC-Speicher. Tabellenstand Februar 2017

 

Eine Auflistung der Transcend SD Karten, die auf MLC-Speicher setzen, Stand Februar 2017. Leider gibt es solche Tabellen nicht von jedem Hersteller im Netz.


Transcend 1066X Compact Flash Karten arbeiten hervorragend in der Canon EOS 5DSR und allen anderen Canon DSLRs.

„Pflegeanleitung für Speicherkarten“

3) Keine Einzelbilder von der Speicherkarte löschen. Warum?

Im Prinzip sollte das Löschen von Einzelbildern für moderne Kameras kein Problem darstellen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Fehlern beim Aktualisieren der Indextabelle, des sogenannten File Allocation Table (FAT), kommen. Daher ist es ratsam, die Daten erst auf den PC oder ein Tablet zu übertragen, am großen Monitor die Auswahl der Bilder vorzunehmen, die ausgesuchten Bilder an einem weiteren Speicherort abzusichern und anschließend die Karte in der Kamera zu formatieren.

4) Wo formatiere ich meine Speicherkarte? In der Kamera oder am PC?

Grundsätzlich sollte man die Speicherkarte vor der ersten Benutzung in dem Gerät formatieren, in dem die Karte anschließend zum Einsatz kommt. Verwende ich meine Speicherkarte also in einer neuen Kamera sollte ggf. ein Backup der Daten gemacht und die Karte anschließend formatiert werden. Grund hierfür ist, dass das Dateisystem je nach Kameramodell oder Hersteller leicht variieren kann. Etwas vereinfacht ausgedrückt einigen sich beim Formatieren Speicherkarte und Kamera auf ein gemeinsames Dateisystem und die Karte wird initialisiert. Darin begründet sich auch, warum davon abgeraten wird, die Speicherkarte via Kartenleser am PC zu formatieren. Wenn ich meine Karte nicht in der Kamera formatiere, kann das u. U. zu Problemen beim Erkennen der Indextabelle (FAT) führen.

5) Sollte man die Speicherkarte nach jedem Shooting formatieren?

Das bleibt jedem selbst überlassen. Aber prinzipiell ist es aus Sicht des Fotografen sinnvoll, die Bilder eines Shootings nach getaner Arbeit an mehreren Orten gleichzeitig abzulegen. Genauso wie jedes andere Produkt auch, sind Speicherkarten vor Ausfällen nicht gefeit, denn der darin verbaute Flashspeicher ist nicht unendlich oft beschreibbar. Je öfter die Karte verwendet wird und Daten darauf geschrieben und gelesen werden, desto schneller altert das Produkt. Gerade bei Speicherkarten, die TLC-Flashspeicher verwenden, ist dieser Abnutzungseffekt größer als bei Speicherkarten, die mit dem höherwertigen MLC-Flashspeicher hergestellt werden. Für die professionelle Verwendung empfehlen sich allein schon aufgrund der höheren Performance und Haltbarkeit definitiv MLC-Speicherkarten.
Übrigens: Das Formatieren in der Kamera stellt nur eine sehr geringe Belastung für die Speicherkarte dar, da in der Regel nur eine Bereinigung der Indextabelle geschieht, die enthaltenen Daten aber nur verworfen, nicht überschrieben werden.

6) Darf man eine Speicherkarte komplett mit Bildern füllen?

Aus technischer Sicht gibt es keinen Anlass, Speicherkarten komplett zu befüllen, bevor man die Daten sichert und die Karte anschließend formatiert. Dieser Mythos basiert auf dem Gedanken, dass Flashspeicher linear, Zelle nach Zelle, beschrieben werden und somit einige Zellen öfter beansprucht werden als andere. De facto verwenden Speicherkarten-Controller aber einen sogenannten „Wear-Leveling“-Algorithmus, der die Schreibzugriffe gleichmäßig über alle Zellen verteilt.
Mit zunehmendem Füllstand der Speicherkarte und je mehr darauf geschrieben wurde, setzen in der Speicherkarte Mechanismen ein, um die Daten besser zu verwalten und eine hohe Langlebigkeit zu gewährleisten. So nutzt der Controller beispielsweise Wear-Leveling, Garbage-Collection oder ECC-Fehlerkorrekturalgorithmen. Diese beanspruchen den Controller also zusätzlich und können dazu führen, dass besonders große Speicherkarten, die fast voll beschrieben sind in der Schreibgeschwindigkeit nachlassen.

7) Cardreader: Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Cardreadern?

Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen Cardreadern. Zum einen unterscheiden sich die Kartenlesegeräte durch die Speichermedien, die unterstützt werden, und auch teilweise in der maximal unterstützen Kapazität dieser Speichermedien. Ein weiteres Unterscheidungskriterium für Kartenleser sind die unterstützten Schnittstellen. So wie bei den Speicherkarten selbst, gibt es Kartenleser, die beispielsweise USB 3.1 oder die UHS-II-Schnittstelle unterstützen. Gerade, wenn man mit hochwertigen und schnellen Speicherkarten arbeitet, sollte man auch ein Kartenlesermodell wählen, das die Karte nicht ausbremst. Was nützt mir eine ultraschnelle UHS-II-Speicherkarte, wenn ich einen USB-2.0-Kartenleser verwende, der bei der Datenübertragung nur einen Bruchteil der Geschwindigkeit nutzt, da die UHS-Spezifikationen nicht genutzt werden können. Wenn man sich an die Regeln hält, die ich weiter oben erklärt habe, dann wird man sehr schnell feststellen, dass einem beim Übertragen der Daten nach jedem Shooting viel Wartezeit erspart bleibt. Übrigens: Bitte verwende einen Kartenleser nur zum Übertragen der Fotos. Ich rate davon ab, Dateien auf der Speicherkarte über den Kartenleser anzuschauen und von dort aus zu löschen oder zu verändern.

8) Darf man eine Speicherkarte aus dem Gerät entfernen während Sie gelesen oder beschrieben wird? Was kann passieren?

Bitte achte vor dem Entfernen der Speicherkarten immer darauf, dass die Kamera ausgeschaltet ist. Wird die Karte in anderen Geräten verwendet, gibt es oftmals auch ein blinkendes Lämpchen, das anzeigt, wenn gerade auf die Karte zugegriffen wird. Entnimmst du die Karte in diesem Moment, wird mindestens die aktuell geschriebene Datei verloren gehen. Kommt es ganz schlimm, wird die Karte nicht mehr erkannt oder erleidet sogar einen Hardwaredefekt. Sei geduldig und lass dem Gerät genug Zeit, den aktuellen Vorgang korrekt abzuschließen. Beim Arbeiten am PC mit dem Kartenleser wird die Karte meistens als Wechseldatenträger erkannt. Wenn möglich, entferne die Karte über die Funktion über das Betriebssystem. In Windows nennt sich die Funktion „Hardware sicher entfernen“, am Apple Rechner schiebt man das Symbol der Speicherkarte zum Abmelden in den „Papierkorb“.

9) Sollte man redundant auf zwei Speicherkarten speichern, sofern eine Kamera über zwei Kartenslots verfügt?

Der Begriff Redundanz ist im allgemeinen Sprachgebrauch eher negativ belegt. Im Zusammenhang mit Datenspeicherung ist Redundanz jedoch ein sehr wichtiges Mittel, um sich gegenüber einem möglichen Datenverlust abzusichern. Dementsprechend ist es aus meiner Sicht sehr sinnvoll, den zweiten Speicherkartenslot für eine solche Form der Datenabsicherung zu verwenden.

10) Worin unterscheiden sich Markenspeicherkarten von No-Name_Speicherkarten?

Grundsätzlich kann ich bei der Beantwortung dieser Frage nur für das Unternehmen Transcend sprechen und erklären, wie eine konstant hohe Qualität der Flash-Speicherkarten eingehalten werden kann. Erstens kauft und verbaut Transcend in den Produkten nur hochwertige Original-Chips von namhaften Herstellern, die zertifiziert sind und deren Chips mehrere langwierige, intensive Tests überstehen mussten. Dazu liefert Transcend einen hochwertigen Controller mit einer extra auf den Flashspeicher zugeschnittenen Firmenware. Außerdem wird sichergestellt, dass Transcend-Produkte die Vorgaben der Normierungsorganisationen, wie z. B. von der „SD Association“, einhalten. Auch bei einem Wechsel von Flashchips, was in Consumer-Produkten nicht zu vermeiden ist, werden stets die versprochenen Spezifikationen, wie z. B. die angegebenen Geschwindigkeiten, eingehalten. Insofern kann eine gleichbleibend hohe Qualität über alle Speicherkarten hinweg gewährleistet werden. Aus diesen Gründen kann Transcend auch für fast alle Speicherkarten eine lebenslange Garantiezusage erteilen. Und sollte es doch einmal zu Problemen mit dem Produkt kommen, dann wird ein schneller und kompetenter deutschsprachiger Support von der lokalen Niederlassung in Hamburg gewährleistet. All dies sind natürlich Stellschrauben an denen ein No-Name-Hersteller drehen kann um Kosten einzusparen.

11) Wie robust sind Speicherkarten tatsächlich?

Vorab ist es wichtig zu verstehen, dass eine Speicherkarte ein feingliedriges technisches Produkt ist, auf dem wir Bilder, Videos und Informationen abspeichern, an denen uns viel liegt. Grundsätzlich können neuere Speicherkartenmodelle in der Regel recht gut mit Wasser, Hitze, Kälte, statischer Elektrizität, Röntgenstrahlung am Flughafen und mit Stößen umgehen. Dennoch ist ein sehr pfleglicher Umgang mit der Speicherkarte wichtig, denn der Wert der Speicherkarte bemisst sich nicht an dem Preis, den ich im Laden dafür bezahlt habe, sondern an der Wichtigkeit der Daten, die sich auf der Karte befinden. So empfehle ich jedem, seine Speicherkarten gut geschützt in einer Transporthülle aufzubewahren. Ein Sandkorn, das die Goldkontakte der Karte beschädigt, könnte genügen, und alle Daten sind dahin. Darüber hinaus sollte man die Speicherkarten, wenn möglich nicht zu großer Hitze aussetzen, denn auch ungenutzte Flashspeicher degenerieren mit der Zeit, da die in den Zellen gespeicherte Ladung in Form von Elektronen entweichen kann. Hohe Temperaturen begünstigen diesen natürlichen Vorgang. Sind anschließend viele Bits nicht mehr lesbar, so wird die Speicherkarte vom Gerät womöglich nicht mehr erkannt.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle betonen, dass Flash-Speicherkarten keinesfalls als Backup-Medium betrachtet werden sollten. Für diesen Zweck sind andere Datenspeicher, wie Festplatten oder eine Cloud viel besser geeignet. Speicherkarten mit dem Jahr oder Urlaubsziel zu beschriften und nach fünf Jahren aus der Schublade zu holen, um sich Fotos oder Videos auf einer Familienfeier gemeinsam anzuschauen, ist keine gute Idee. Insofern kann ich nur wiederholen, dass Speicherkarten ein Austauschmedium sind und ein regelmäßiges Backup der Daten auf mehreren Datenträgern das A und O ist, um böse Überraschungen zu vermeiden. Darauf werde ich später im Blog noch genauer eingehen.

Meine Kurzzusammenfassung lautet also:

Flash-Speicherkarten sind nicht dafür ausgelegt, eine dauerhafte Speicherung von Daten zu gewährleisten. Man sollte sie eher als Austauschmedium betrachten. Wer viel Geld in Fotoequipment und Reisen investiert, der möchte mit Sicherheit auch unwiederbringliche und besondere Momente einfangen. Kauft euch daher nur hochwertigen MLC-Speicher vom Markenhersteller. – Ich persönlich schenke mein Vertrauen Transcend. – Geht möglichst pfleglich mit den Speichermedien um, lagert sie nicht in zu großer Hitze und formatiert Speicherkarten immer in der Kamera in der sie verwendet werden.

 


Transcend 1066X CF-Karten; Transcend SDXC 64GB UHS-I U3 und der passende Transcend TS-RDF9K Kartenleser.

 

NEUERE EINTRAGÄLTERE EINTRAG

Sollten in diesem Blogbeitrag irgendwelche Marken genannt, verlinkt oder erkennbar sein, so handelt es sich um Werbung, egal ob dafür eine Gegenleistung erfolgt oder nicht.

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