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Rückblick: Revolution, Evolution, Veränderung, Was hat meine Fotografie verändert in den letzten 10 Jahren?

18. Februar 2016

Fototechnik

 


In den letzten 10 Jahren hatte ich vor allem eins bei der Fotografie, viel Freude!

Mir ist danach, die letzten Jahre ein wenig Revue passieren zu lassen und zu schauen wo wir heute stehen, was die Technik angeht. Deswegen ein zweigeteilter Blogeintrag. Dies wird der erste Teil sein, ein Rückblick. In den kommenden Tagen wird dann ein Ausblick bzw. eine Kritik am Bestehenden folgen. Was hat sich getan, seitdem ich für meine Canon EOS 10D fast 2000 EUR bezahlt habe? Seit damals, als die Canon EOS 1D II mit 8 Megapixel und einem 1,3er Crop die absolute Traumkamera war? Das ist inzwischen über 10 Jahre her und ich habe in diesen Jahren viel fotografiert und mich hoffentlich auch fotografisch weiterentwickelt. Doch was waren die technischen Neuerungen, die mich wirklich weitergebracht haben? Das würde ich gerne versuchen, in diesem Blogbeitrag zusammenzutragen.

 


Küchenschellensaison vor 9 Jahren, damals noch mit der Canon EOS 10D.

Alles begann mit der Überzeugung: wenn ich erst einmal eine Canon EOS 10D mit einem 24-85mm Objektiv, einem 70-300er und einem Soligor 100mm Objektiv habe, werde ich sehr glücklich sein und nie wieder mehr Equipment benötigen. Dazu noch ein Dörr PS13 Stativ mit einem Dörr Stativkopf und schon ist das Equipment fertig. Das Ganze wurde in einem LowePro Minitrekker Classic verstaut. Ach, schön war die Illusion … Heute muss ich den Monitor angrinsen, während ich das schreibe.
Die Canon EOS 10D hat mich wirklich lange begleitet, ich war sehr zufrieden mit dieser Kamera und habe gut 100 000 Bilder mit ihr gemacht, der Weißabgleich war gut und das Rauschen war bis ISO 400 erträglich. Der AF mit seinen 7 Feldern war so schlecht, dass ich alle Fotos, auch Tierfotos, ausschließlich manuell fokussiert habe und ich mit einem guten Freund oftmals vor dem Wolfsgehege gelegen und probiert habe, scharfe und brauchbare Bilder zu bekommen. Eines sei vorweggenommen, Bilder die ich damals hart erarbeiten musste, mit manuellem Fokus und Kabelauslöser, macht meine Kamera heute automatisch binnen 5 Min. besser und das absolute Highlight: Meine geliebte EOS 10D musste booten! Nach dem Einschalten der Kamera kam erst einmal auf dem oberen Display EOS und man musste gute 3 Sek. warten, bis die Kamera überhaupt an war.

 


Meine Faszination für Gewitter habe ich früh entdeckt, dieses Bild habe ich 2004 aufgenommen. Bereits damals wusste ich, wie man einen wunderschönen Rahmen kreiert. :p Canon EOS 10D + Canon 3,5-4,5 24-85mm

 


Einsatz des Canon 100-400mm L IS + Canon EOS 10D, aufgenommen 2005.

 


Eines meiner ersten, besseren Vogelfoto. 2006 aufgenommen mit der Canon EOS 10D + Canon 100-400mm L IS.

Die erste Revolution für mich war das Canon EF 4,5-5,6 100-400mm L IS. Mit diesem Objektiv habe ich jahrelang gearbeitet und in meinen Augen sehr gute Bilder gemacht. Der Bildstabilisator war nützlich, der MF oft nicht feinfühlig genug, aber alles in allem war ich sehr zufrieden. Doch schon damals habe ich nach einem Supertele geschaut und wollte unbedingt ein großes Teleobjektiv besitzen. Gleichzeitig war ich es bei vielen Tieraufnahmen allerdings gewohnt, dass ich mit Kabelauslöser, ISO 200-400, F/5,6 und 1/5-1/30sek Tieraufnahmen machen wollte (natürlich mit manuellem Fokus und Kabelauslöser sowie Spiegelvorauslösung). Dementsprechend wollte ich zunächst mein Stativ „Superteleready“ machen und so kam mein erstes richtiges Gitzo Carbonstativ. Ich kann mich genau erinnern, wie schlecht die Vibrationen gedimmt wurden mit meinem Manfrotto 055 mit Naturfotoumbau im Vergleich zu einem Gitzo Carbon Stativ und so habe ich damals viel Geld in die Hand genommen und für 650 EUR + 6 EUR Versand ein Gitzo 1348 von Rainer Burzynski erstanden (aktuelles Pendant Gitzo 3542XLS). Es war phänomenal! Dieses Stativ war so robust und so stabil. Es hat mich bis Ende 2011 begleitet, und ich durfte feststellen: ein Gitzo Carbonstativ ist nicht so empfindlich wie die meisten es mir beschrieben haben. Ich hatte überhaupt keine Probleme mit dem angeblich spröden Carbonmaterial, sodass ich bis heute nur auf Gitzo Carbonstative setze. Gleichzeitig habe ich viele Stativköpfe ausprobiert, da gab es Linhof, Novoflex, Sunwayfoto, RRS, Arca Swiss und Markins (ich hoffe ich habe keinen Vergessen), und von allen Herstellern habe ich unterschiedliche Stativköpfe im Einsatz gehabt, mit denen ich viel Ärger hatte, aber mit denen ich auch gerne gearbeitet habe. Seit 2013 bin ich zurückgekehrt nach Memmingen zur Firma Novoflex und fühle mich mit diesen Produkten heimisch und verbunden. Für mich sind die blauen Produkte für mein Stativ nicht mehr wegzudenken (10% Rabatt auf alle Novoflexartkiel mit dem Gutscheincode Rado10).

Zeitgleich erschien die Canon EOS 5D, ziemlich genau vor 10 Jahren. Die erste DSLR mit Vollformatsensor, die wirklich bezahlbar war und eine unglaubliche Bildqualität für damalige Verhältnisse bot.
Die nächste Revolution war für mich die Canon EOS 40D vor über 8 Jahren. Diese Kamera kam zum ersten Mal mit LiveView inkl. elektronischem Verschluss. Eine tolle Erfindung, die Nikonfotografen seit der D810 (seit 2014 erhältlich) auch nutzen können. Es ist in meinen Augen eine Sensation, in der Makrofotografie und in der Landschaftsfotografie. Man braucht keine Spiegelvorauslösung mehr für scharfe Bilder. Ich kann bei Makros mit der 10-fach Lupe exakt scharf stellen und sehe selbst minimale Bewegungen die durch den Wind am Motiv hervorgerufen werden. Einfach toll! Früher musste ich den Winkelsucher auf 2x Lupe stellen, scharfstellen, die SVA aktivieren, ein Bild machen und hoffen, dass es keine Bewegung durch den Wind gab. Dasselbe in der Landschaftsfotografie: auf einmal kann man selbst mit einem Weitwinkel den Fokus absolut exakt legen und auch sinnvoll mit Tilt/Shift Objektiven arbeiten. Aus meinem Workflow ist der LiveView nicht wegzudenken.
2008, ein Jahr nach Erscheinen der Canon EOS 40D, kam die nächste Revolution für mich: eine Kamera die 20 Megapixel hatte, die Canon EOS 5D II. Es war toll! Liveview, guter Dynamikumfang, gutes Rauschverhalten und dazu noch wirklich hochauflösend. Damals waren 8-12Mpix Stand der Technik im DSLR Bereich und es hat einfach Spaß gemacht in dieser Auflösung zu fotografieren.

 


Unschärfekreise entdeckte ich 2007 für mich, dieses Bild entstand 2008 und wurde mein erstes Bild, das beim Europäischen Naturfotografen des Jahres ausgezeichnet wurde. (Damals Canon EOS 40D)

 


Nahaufnahmen mit kleinem Abbildungsmaßstab begeisterten mich schon immer. Dieses Bild gelang mit 2006 mit meiner Canon EOS 10D.

Gleichzeitig haben sich die Kameras weiterentwickelt in Sachen Rauschverhalten und Dynamikumfang. Beides hat die Naturfotografie stark verändert. Heute kann man mit ISO 6400 Fotos machen, die vor 10 Jahren undenkbar waren, Flugaufnahmen von Vögeln in der Dämmerung etc. Es macht einfach Spaß, mit dieser hervorragenden Bildqualität Fotos machen zu dürfen.
2011 kam dann wieder eine weitere Revolution für mich: die neuen Canon Superteleobjektive, ein 2,8 400mm L IS II, das so leicht ist wie ein früheres 500er, ein Traum wurde wahr. Die Kombination aus rauschunempfindlichen Sensoren und freihandtauglichen Superteleobjektiven hat eine Art der Fotografie ermöglicht, die früher undenkbar war. Freihandaufnahmen mit 400,500,600mm in einer noch nie dagewesenen Schärfe und Brillanz.

 


Mein Equipment hat viel mit mir gemeinsam Erlebt. Canon 2,8 400mm L IS II + Canon EOS 1DX im Schneesturm.

Ende 2010/Anfang 2011 ersetzte ich meine damaligen Cokinfilter durch Leefilter, die inzwischen durch Lensinghousefilter ersetzt worden sind. Hier geht die Evolution ihrer Wege und das Lensinghousesystem entwickelt sich immer weiter. Ich bin froh darüber, endlich auch im Filterbereich ein System für mich gefunden zu haben (10% Rabatt auf alle Lensinghousefilter mit dem Gutscheincode Rado2015).
Ende 2012 kam ein weiteres Produkt hinzu, dass mein Arbeiten nachhaltig verändert hat. Ich besorgte mit meinen ersten F-Stop Gear Rucksack aus Amerika. Meine Lowepro Rucksäcke (PhotoTrekker AW II und später ProTrekker 300 + 400) gingen regelmäßig kaputt und das Tragesystem war absolut durchschnittlich. Hier bekam ich zum ersten Mal einen Fotorucksack mit einem super Tragesystem. Bis heute begeistern mich die F-Stop Produkte immer wieder.
Für mich persönlich kam letztes Jahr eine weitere Revolution hinzu: eine Kamera mit 50Mpix Auflösung. Nikon und Sonyfotografen kennen das bereits länger, aber nun macht es auch mir extremen Spaß, mit der hohen Auflösung zu fotografieren. Ich kann mich immer wieder aufs Neue dabei verlieben, Details zu entdecken und wirklich große Bilddrucke auszugeben.
Gleichzeitig kam ein anderer Auflösungsgewinn für mich, der der Monitorauflösung. Letztes Jahr wurden die ersten 4K Monitore für den Bildbearbeitungsbereich von Eizo auf den Markt gebracht und ich bin überaus begeistert von diesen Geräten. Ich muss aus aktueller Sicht sagen, der Aufstieg von Full HD zu 4K fällt nicht so stark auf, aber wenn man sich heute an einen Full HD Monitor setzt, wirkt alles unscharf. Ich bin begeistert davon, dass es hardwarekalibrierbare 4K Grafikmonitore gibt und finde, sie bereichern mein Arbeiten enorm.
Ich hoffe, ich konnte alle Evolutionen und Revolutionen die von der technischen Seite aus mein Fotografieren prägen und verbessern konnten, niederschreiben und habe nichts Wichtiges vergessen. Mein Fazit lautet nach wie vor: Fotografieren macht unglaublich viel Spaß und die Technik ist nur dazu da, uns zu unterstützen. Ihr macht das Bild, nicht euer Equipment!

 


F-Stop Satori mit kompletten Equipment, auf selbst umgebauten Schlitten und mir.

 


Ich durfte tolle Momente erleben …

 


… aber natürlich ging auch immer wieder etwas zu Bruch. Hier ein ND 8x Filter.

 


Oder auch mein erstes Superteleobjektiv Sigma 4,5 500mm EX.

 


Oder auch mal ich.

 


Aber meistens war es einfach wunderschön und dafür danke ich allen, die mit mir in den letzten Jahren zusammengearbeitet haben, allen Freunden, die mit mir auf Tour waren, allen Workshopteilnehmern, mit denen ich gemeinsam fotografieren durfte und natürlich ganz besonders meiner Familie, die mich immer unterstützt hat.

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