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Nachbaustativschelle Canon 2,8 100mm L IS

10. März 2012

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Stativtest

Eine Stativschelle ist ein nützliches Zubehörteil, das ich gerne beim fotografieren verwende. Gerade bei Makroobjektiven ist es eine große Erleichterung des Arbeiten. Das Canon 2,8 100mm L IS Makro ermöglicht den Einsatz einer Stativschelle, die jedoch nicht im Lieferumfang enthalten ist. Canons original schlägt mit unverschämten 150€ zu Buche, das für ein Stück Metall eigentlich zu teuer ist. Deshalb habe ich mich an einem Nachbau versucht.

 

Die Stativschelle von IShoot versehen, mit einer Novoflex QPL-1

Die Wahl des Nachbaus:
Es gibt fast unzählige Alternativen aus Hongkong, China und co. Doch welche sollte man bestellen? Ich wollte eine Schelle haben, bei der es eine Sicherung gibt, sodass sie sich nicht von alleine öffnen kann. Die man also erst aufdrehen muss und im Anschluss noch an der Schraube ziehen muss zum öffnen. Davon gibt es nicht viele und ich habe mich nach dem betrachten einiger Konstruktionszeichnungen für eine Stativschelle für das 100mm L IS von der Firma Ishoot entschieden. Diese ist mit einem Preis von ca. 30$ günstig, doch was taugt diese wirklich?
Ich habe sie also bestellt und gewartet. Sie kam aus China und es hat ca. 5 Wochen gedauert bis sie bei mir war.

Verarbeitung und Funktion:
Ich bin kein Freund von Fremdherstellern und nutze sowohl für das 2,8 200mm L als auch das 4,0 70-200mm L IS immer die original Canonstativschellen. Ich hatte hier einst einen Nachbau probiert, der aber um Welten hinter den Originalen zurück liegt, was die Qualität anging.
Die Stativschelle von IShoot wurde mit einem kleinen Zettel geliefert und macht einen guten ersten Eindruck. Metall wohin das Auge blickt und ordentlich mit Samt ausgekleidet.
Der erste Eindruck war dann aber auch schon das einzig Positive an dieser Stativschelle.
Ich habe die Stativschelle montiert und was soll ich sagen, komplett zugedreht hat man so viel Spiel, dass man das Objektiv immer noch recht leicht in der Schelle drehen kann. Ich habe also gebastelt und das Objektiv „dicker“ gemacht an der Stelle, an der die Stativschelle angesetzt wird. Ich hatte die Hoffnung die Klemmung reicht dann aus um das Objektiv ordentlich zu Klemmen. Was soll ich sagen, die Klemmung ist so lala, man kann damit halbwegs arbeiten, aber nicht besonders gut.
Die nächste Enttäuschung ist der Sicherungsmechanismus, bei dem die Stativschelle sich nicht öffnen sollte, wenn man die Schraube vollständig löst. Aber was soll ich sagen, der Sicherungsmechanismus der bei Canon immer funktioniert hat, funktioniert beim Nachbau nicht.


Die Stativschelle angebracht auf einem Stativ

Fazit:
Ich finde die Qualität selbst für die 30$ (ca. 23€) zu schlecht. Das Preis/Leistungsverhältnis ist maximal befriedigend. Ich denke man kann in der Praxis mit größeren Abstrichen damit Leben, aber jemand der Wert auf die Qualität seines Equipments legt wird damit nicht glücklich werden.

Update:
Heute nur etwa 8 Monate später ist bereits das Gewinde ausgebrochen aus der Stativschelle.
Ich rate daher jedem von den Nachbaustativschellen ab!

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