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Mobile Datensicherung

2. August 2017

Erfahrungsbericht, Fototechnik

 


Das perfekte Bergpanorama für eine Datensicherung. Als Festplatte kamen zwei Transcend TS2TSJ25M3 zum Einsatz.

In diesem Beitrag soll es um das Thema Datensicherung und Datensicherheit gehen. Dabei geht es mir nicht um alle technischen Finessen oder darum demjenigen, der bereits ein ausgeklügeltes Sicherungssystem verwendet weiter zu bringen. Es geht mir darum jedem, der bis jetzt nur ein einfaches Backup seiner Bilder fährt aus der Praxis ein paar Tipps für den Umgang mit seinen Daten zu geben. Sowohl für Reisen als auch am PC zu Hause. Mich könnt Ihr an dieser Stelle ruhig als paranoid betrachten, denn ich achte penibel auf meine Datensicherheit. Immerhin habe ich hunderttausende Bilder die es zu sichern und archivieren gilt.
Festplatte:
Wichtig! Eine Festplatte besteht im Inneren (im Gegensatz zu Flashspeichern, wie USB-Sticks, Speicherkarten oder SSDs) aus beweglichen Teilen und sollte im Betrieb (also am angeschalteten Rechner angeschlossen) möglichst nicht bewegt werden. Die kleinste Erschütterung kann reichen und der Schreib-Lese-Kopf kann zerstört werden (Headcrash) und zu einem Defekt der Festplatte führen. Im ausgeschalteten Zustand sind Festplatten nicht ganz so empfindlich. Einige stoßgeschützte Festplatten (wie z.B. die Transcend StoreJet M3) sind gemäß den Vorgaben des Falltest-Standards des U.S. Militärs im ausgeschaltete Zustand geprüft und bieten einen besonders guten Schutz gegen Transportschäden. Aber auch das kann keinen 100%igen Schutz vor Defekten nach einem Sturz bieten. Insofern gilt es auch hier, die Daten regelmäßig mit einem Backup zu sichern.
Bevor die Festplatte von dem Host-Rechner getrennt wird, empfehle ich immer die Funktion „Hardware sicher entfernen“ zu verwenden um die Platte betriebssystemseitig abzumelden.

Formatierung/Dateisysteme:

Achtung bei der Verwendung von externen Festplatten an verschiedenen Betriebssystemen. Nicht alle Dateisysteme werden von allen Betriebssystemen erkannt. Windows erkennt kein HFS+ während MacOS NTFS nicht ohne weiteres erkennt.
Meine Empfehlung:
bei Verwendung mit Windows & MacOS exFAT
Bei Verwendung mit nur Windows: NTFS
Bei Verwendung mit nur MacOS: HFS+

Schnittstellen:

USB 3.0 ist zwar abwärtskompatibel, so dass man eine USB-3.0-Festplatte auch an einen USB-2.0-Port anschließen kann, allerdings kann es unter Umständen zu Problemen bei der Stromversorgung kommen, da ein USB-2.0-Port weniger Strom liefert als für eine Festplatte benötigt. Die Lösung: die ext. Festplatte stets am USB-3.0-Port des Rechners anschließen.
Wenn nur USB-2.0-Ports zur Verfügung stehen, gibt es sogenannte Y-Kabel um eine stabilere Stromzufuhr zu gewährleisten. Stationäre 3,5“ Desktop-Festplatten haben das Problem nicht, da sie über ein Netzteil den Strom aus der Steckdose beziehen.
Mittlerweile gibt es auch schon eine neue Schnittstellenspezifikation, USB 3.1, die mehr Übertragungsgeschwindigkeit bieten soll. Damit einhergehend wurde eine etwas verwirrende Umbenennung der herkömmlichen USB-3.0-Schnittstelle vorgenommen. USB 3.1 (Gen1) entspricht vormals USB 3.0, wohingegen die neuere USB 3.1 (Gen2) Schnittstelle eine doppelt so hohe theoretische Bandbreite ermöglicht. Um von dem Geschwindigkeitsvorteil zu profitieren, benötigt man dann aber auch einen Rechner, der eine entsprechende Schnittstelle besitzt.

Datensicherung auf Reisen:

Wie sichere ich meine Daten unterwegs und was mache ich damit meine Bilder nicht verloren gehen? Diese Fragen bekomme ich sehr oft gestellt. Heute möchte ich euch ein wenig Input zu diesen Themengebiete geben. In meinem Letzten Beitrag über Speicherkarten, hieß es, dass diese nicht als dauerhafte Speicherlösung verwendet werden sollten.
Grundsätzlich gilt, nur fotografieren und hoffen, dass die Daten auf der Speicherkarte überleben, bis Ihr zu Hause ankommt ist keine gute Idee. Ihr gebt sehr viel Geld für eine tolle Reise aus, nun gilt es auch eure Daten unterwegs zu sichern. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Speicherkarte kaputt geht gering, aber die Karte kann auch verloren gehen, gestohlen werden oder ähnliches. Aus diesem Grund ist es unerlässlich die Bilder an mehreren Orten zu speichern.
In diesem Bereich gibt es auf Reisen eigentlich 3 einfache Möglichkeiten:
– Speichern auf Speicherkarten: wenn ich in den Bergen unterwegs bin und der Fokus auf maximaler Gewichtsersparnis liegt, dann verwende ich zusätzliche Speicherkarten zur Sicherung meiner Dateien. Bei Canon und Nikon funktioniert das wirklich sehr einfach. Das bedeutet ich fotografiere einfach auf der schnellen Speicherkarte (CF, CFast oder XQD). Abends lege ich in den zweiten Speicherkartenslot eine weitere Speicherkarte ein und kopiere die Bilder von der einen Speicherkarte auf die andere Speicherkarte. Vorteil hierbei ist, dass man nur ein paar mehr Speicherkarten braucht und gerade bei kurzen Trips Daten verteilt werden können auf mehreren Speicherkarten.
Ganz wichtig, lagert diese Speicherkarten an einen anderen Ort aus, sprich bewahrt die Sicherung nicht bei der Fotoausrüstung auf. Sonst habt Ihr bei einem Ausrüstungsdiebstahl alle Bilder der Reise verloren.
– Speichern auf Festplatten: wenn ich auf meinen Reisen Bilder auf meinem Laptop betrachten möchte, nehme ich diesen selbstverständlich mit. Hier kann ich dann meine Bilder selbstverständlich auf externen Festplatten speichern. Hier setze ich ungerne auf die großen 3,5 Zoll Festplatten, da diese eine externe Stromquelle benötigen. Auch empfinde ich aufwändige Raidsysteme etc. auf Reisen nicht als zielführend. Ich setze seit Jahren auf die kleinen 2,5 Zoll Festplatten von Transcend, in dem Fall die StoreJet 25M3. Diese Festplatten haben den Vorteil, dass Sie gegen Stöße geschützt sind. Ich setze immer auf zwei externe StoreJet 25M3 + die Speicherkarten. Sprich ich formatiere auch befüllte Speicherkarten generell erst, wenn ich wieder in Deutschland bin und die Bilder auf meine eigentlichen Sicherungsmedien überspielt habe. Somit arbeite ich bereits vor Ort mit 3 Sicherungen (2x Festplatte 1x Speicherkarte).
Wem die 2,5 Zoll Festplatten zu groß und eventuell zu anfällig sind, der kann auch auf 1,8 Zoll externe SSD Festplatten einsetzen (z.B. Transcend ESD400).
– Die dritte Möglichkeit sind Imagetanks. Also Festplatten mit einem eingebauten Kartenleser und Akku. Sie ermöglichen den Verzicht auf einen Laptop vor Ort. Ich persönlich bin einfach kein Fan von diesen Lösungen, da ich die kopierten Bilder schlecht nachkontrollieren kann.

Datensicherung auf Speicherkarten mit Hilfe der Kamera:

 


Für die mobile Datensicherung bei Canon einfach den Menüpunkt Bildkopie und Alle Aufn. auswählen.

 


So sieht es aus, wenn abends meine Kameras in der Herberge die Bilder eines Tages auf die SD-Karte übertragen.

 


Nach erfolgreicher übertragung müssen die nicht kopierten Bilder auf 0 stehen. Mit der SET-Taste bestätigen und Kamera ausschalten.

 


Und nicht vergessen, es erleichtert das arbeiten mit Dateikopien, wenn ihr immer zwei gleichgroße Speicherkarten gleichzeitig verwendet.

Datensicherung zu Hause:

Zu Hause sollten die Daten MINDESTENS wie folgt gesichert werden:
– einmal als Laufwerk/Festplatte auf der Ihr täglich arbeitet
– einmal als Backup, das nach Möglichkeit nach Veränderung der Datensätze gesichert wird
– einmal als Backup, das nicht permanent am PC und Strom angeschlossen ist
Für Backups gibt es unterschiedliche Formen von Software, von RAID Systemen und NAS Systemen die euch Unterstützen. WICHTIG, diese Systeme sind so lange gut, wie sie nicht gestohlen werden oder durch Überspannung/Feuer zerstört werden. Aus diesem Grund empfehle ich immer mindestens eine Sicherung außerhalb der eigenen vier Wände. Tatsächlich habe ich bereits ein RAID-System, dass durch Blitzeinschlag beschädigt wurde.
Wie eingangs bereits erwähnt bin ich etwas paranoid was das Thema Datensicherung angeht, denn ich speichere meine Daten tatsächlich in 6-facher Ausführung. Das bedeutet meine Sicherung sieht wie folgt aus:
1X auf dem PC
1X auf externem Datenträger der Dauerhaft am PC angeschlossen ist (Transcend StoreJet T3)
2X auf externen Datenträgern die bei mir zu Hause sind, allerdings nur zur Datensicherung angeschlossen werden (unzählige Transcend StoreJet M3, sobald diese auf Reisen komplett befüllt worden sind, wandern sie als Sicherung in den Schrank)
2X bei Freunden/Verwandten (Transcend StoreJet T3)

Fazit:

Achtet auf eure Datensicherheit!
Kauft euch keine No-Name Festplatten und schaut, dass Ihr immer mindestens drei Sicherungen eurer Bilder habt. Eine Backup-Strategie muss zwar einmal gut durchdacht werden, spart aber eine Menge Ärger und rettet im Zweifelsfall Jahrzehnte eurer privaten Erinnerungsfotos und beruflicher Auftragsarbeiten. Datenrettungsservices sind extrem kostspielig und können nicht immer eine vollständige Wiederherstellung von Daten erreichen.

NEUERE EINTRÄGEÄLTERE EINTRÄGE

Sollten in diesem Blogbeitrag irgendwelche Marken genannt, verlinkt oder erkennbar sein, so handelt es sich um Werbung, egal ob dafür eine Gegenleistung erfolgt oder nicht.

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