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Madeira

28. September 2011

Küste, Landschaftsfotografie, Madeira, Meer, Wald, Wasserfall

Meine letzte Reise führte mich auf Madeira, die im Volksmund auch die Blumeninsel genannt wird. Die portugiesische Insel liegt ein gutes Stück nördlich von den Kanaren und ist 57km lang und 22km breit. Der Höchste Punkt der Insel erhebt sich 1862m üNN. Auf Madeira angekommen musste ich zunächst feststellen, dass die Insel touristisch sehr stark erschlossen ist, was ich zu einem Großteil auf den international angeflogenen Flughafen zurückführe. Die Hauptstadt Funchal erscheint dem neu ankommenden Touristen für die Inselgröße sehr groß und unübersichtlich. Doch verlässt man diese Stadt, so lässt sich erahnen wie schön es sein musste, bevor so viele Touristen die Insel besuchten. Außerhalb von Funchal findet man nur noch kleinere Dörfer und Städte. Die gesamte Insel ist sehr gut erschlossen, ordentliche Straßen führen zu nahezu jedem Punkt der Insel, sodass man perfekte Möglichkeiten hat Wanderungen zu unternehmen. Die Insel ist sehr stark durch Mikroklimen geprägt, während es auf der Südseite wenig Regen gibt, ist es auf der Nordseite häufig stärker bewölkt. Einige der recht hohen Berge stellen Wetterschneisen dar und stehen oft in den Wolken. Hier kann das Wetter von Regen auf Sonne binnen weniger Minuten wechseln.
Die Insel ist für Fotografen sehr vielfältig, auf der einen Seite interessante und wilde Küstenregionen, eine trockene Hochebene, skurril wirkende Bergspitzen und dazu urzeitliche Lorbeerwälder. Der ersten Eindruck, den man von der Insel gewinnt, ist, dass sie sehr trocken ist, da man an der Ostspitze landet, die in den Sommermonaten komplett verdorrt ist, doch im Landesinneren sind die Wälder immer grün. Der trockene Ostzipfel der Insel heißt Ponta de São Lourenço und lädt mit seinen imposanten Küsten und Hängen sowohl zum Fotografieren als auch zum Tauchen und Schnorcheln ein. Weiter westlich findet man den Nationalpark Riberio Frio, in dem man einen wunderschönen Urwald und einige schöne Wasserfälle findet. Die Wege durch die Urwälder führen immer an so genannten Levadas entlang, weshalb sie Levadawege heißen. Diese Levadas sind künstliche Wasserläufe, die vor 70-80 Jahren angelegt worden sind um die Landwirtschaft mit Wasser zu versorgen. Außerdem führen die Wege oft durch alte Tunnel und Stollen, weshalb eine Taschen- oder Kopflampe Pflicht ist für jeden Wanderer. Viele Touren sind hier jedoch trittsicheren Wanderern vorenthalten, da die teilweise ungesicherten Wege oft 100-200m seitlich abfallen. Relativ in der Mitte der Insel befinden sich viele Berge, deren vom Wetter geformten Steinstrukturen sehr skurril wirken. Diese sind kaum erschlossen, sodass hier lange und anstrengende Wanderungen notwendig sind, sofern man die Berge erkunden möchte. Auf dem westlichen Teil der Insel befindet sich die Hochebene Paul da Serra, die fotografisch sehr interessant ist. Hier findet man in den Waldgebieten einige interessante Wasserfälle aber auch interessante Stinklorbeerwälder, die stellenweiße einen sehr mystischen Eindruck vermitteln. Am westlichen Ende der Insel schließen sich um den Porto Moniz zahlreiche interessante Küstengebiete an.
Auf Madeira findet man auch einige interessante endemische Vogelarten, so kann man hier den endemischen Madeira-Buchfink (Fringilla coeleba madeirensis), das Madeira Goldhähnchen (Regulus madeirensis) und die Madeira-Taube, die korrekt Silberhalstaube (Columba trocaz) heißt, beobachten. Außerdem kann man auch den sehr seltenen Madeira-Sturmvogel (Pterodroma madeira) finden. Neben den Vögeln gibt es eine viel größere Anzahl an endemischen Pflanzen-, Insekten- und Reptilienarten. Die seltene Mönchsrobbe kann auf den benachbarten Desertas-Inseln angetroffen werden, die auch zu Madeira zählen, jedoch kann man diese nicht wirklich erreichen. Diese sind etwa 20km von Madeira entfernt und hier befindet sich die einzige stetig wachsende Mönchsrobbenkolonie. Zunehmend werden diese Robben auch an der Südküste Madeiras gesichtet. Dieses Glück hatte ich leider nicht.
Madeira ist eine sehr abwechslungsreiche, schöne und gut erschlossene Insel, die für jeden Naturfotografen das passende Motiv bietet.

Am letzten Morgen begrüßt mich das Meer mit einem unglaublichen Sturm.

Die Lavaküste, schwarz, rau und kaum zu begehen.

 

Die Wellen erreichen Größen von über 8m Höhe.

20 Meter unterhalb des Gipfels des Pico Grande, skurrile Felsformationen im Wetterumbruch.

Felsformationen auf dem Gipfel des Pico Grande.

Der wohl bekannteste Wasserfall Madeiras, 25 Fontes.

Im Herzen des Nationalparks Riberio Frio.

Die unterschiedlichen Formen der Stinklorbeerbäume, sind unglaublich.

Manche Stinklorbeerbäume scheinen bereits mehrere Jahrhunderte zu wachsen.

Die Bäume sind sehr unterschiedlich bewachsen.

Ein männlicher Madeira-Buchfink (Fringilla coeleba madeirensis).

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