Blog

La Gomera

7. September 2011

Küste, La Gomera, Landschaftsfotografie, Makro, Meer, Wald

Auf der Höhe der Sahara, westlich von Teneriffa liegend findet man eine kleine Insel, La Gomera. Diese Insel gehört zu den Kanaren und somit auch zu Spanien. Seit langem wollte ich mich mit dieser Insel beschäftigen und so flog ich dieses Jahr zum ersten Mal auf diese Insel.
Die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug aus Deutschland nach Teneriffa und von Teneriffa mit dem Schiff nach La Gomera. Die Insel ist eine der kleineren kanarischen Inseln und touristisch nur mäßig erschlossen.

Die Besonderheiten dieser Insel sind die vielen Microklimen, gleichzeitig fällt die Temperatur nie weit unter 15 Grad. Die fehlende Eiszeit auf dieser Insel hat zur Erhaltung eines einmaligen Ökosystems geführt. Die Insel ist in weiten Teilen bedeckt mit einem Nebelwald. Dieser Lorbeerwald beherbergt mehr als 20 verschiedene Lorbeerbaumarten und zählt zum UNESCO Weltnaturerbe. Den größten Teil dieser Wälder findet man im Garajonay Nationalpark wieder, der etwa 11% der Insel bedeckt, hier ist auch der höchste Berg mit 1487m üNN zu finden. Auf La Gomera gibt es eine unglaubliche Vielzahl von endemischen Arten. Der Nebelwald, könnte auch als Wolkenwald bezeichnet werden, da es eigentlich Wolken sind die im Wald stehen. Hier kommt eine klimatische Besonderheit ins Spiel, der feuchte Passatwind kommt aus dem Norden und wird auf die Insel getrieben. An den Bergen werden die Luftmassen gestaut und das Wasser kondensiert, es entstehen Wolken. Diese Wolken „stehen“ dann im immer grünen Wald, was oftmals ein Gefühl von Regen vermittelt, denn kondensieren die Wolken an den Pflanzen des Waldes, so spricht man von horizontalem Regen. So ist es auf der Nordseite der Insel oft bewölkt wohingegen auf der Südseite der Insel in der Regel die Sonne scheint.
Weitere Besonderheiten der Insel sind die schönen Küsten mit schwarzem Lavasand und interessanten Felsstrukturen, genau so wie die vielen kultivierten Berghänge für den Fruchtanbau, die heute zu großen Teilen nicht mehr verwendet werden.
Häufig ist zu lesen, das die Insel was Tiere angeht eher sehr langweilig ist, was ich absolut nicht bestätigen kann. Auf La Gomera gibt es bei näherer Betrachtung erstaunlich viele interessante Tiere. An Vögeln gibt es große Waldkauz und Turmfalken bestände, aber auch Schafstelzen, Pfuhlschnepfen, Rothühner, Mauersegler, einige Finken, Bussarde und nachts hört man in Küstennähe immer den Gelbschnabel-Sturmtaucher rufen. Aber auch an Insekten gibt es eine große Anzahl, diese reichen von der Gottesanbeterin, über einige Spinnenarten bis hin zu zahlreichen Libellen und Falterarten. Auch Reptilien haben sich auf Gomera viele angesiedelt, Eidechsen gibt es im Überfluss, so findet man auch die echte Eidechse und die seltene Gomera-Eidechse auf der Insel, daneben gibt es auch den endemischen Gomeragecko auf der Insel.
Die Insel bietet vieles zu entdecken, wenn man die Augen aufhält und aufpasst.

Die Bilder sind nur ein Bruchteil dessen, was ich fotografiert habe, eine neue Kategorie La Gomera, wird nächsten Monat eingerichtet.

 

Interessante Felsformation im letzten Abendlicht.

 

Im Hintergrund sieht man den höchsten Berg Spaniens. (Pico del Teide)

 

Der schwarze Lavasand ist für die meisten etwas ungewohnt.

 

Nachts sieht man unglaublich viele Sterne.

 

Der Nebelwald von seiner schönsten Seite im Regen.

 

Die ungewöhnlichen Baumformationen sind oft mit Moos bewachsen.

 

Ein junger Turmfalke auf dem Lavagestein.

Der endemische Gomera-Gecko (Tarentola gomerensis) ist eine besonders schöne und faszinierende Art.

 

Viele Interessante Gewächse findet man auf La Gomera.

NEUERE EINTRÄGEÄLTERE EINTRÄGE

Sollten in diesem Blogbeitrag irgendwelche Marken genannt, verlinkt oder erkennbar sein, so handelt es sich um Werbung, egal ob dafür eine Gegenleistung erfolgt oder nicht.

Facebook Instagram 500px