Blog

Gitzo GT5542LOS – blaues Gold

16. April 2014

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Stativtest, Winter

 


Bei harten Bedingungen ist das Ocean-Lock in seinem Element.

„Es glitzert, es funkelt und es ist so schön blau“, das waren etwa die ersten Worte einer Naturfotografin über die Ocean Serie, die ich gehört habe und ich muss zugeben sie hatte recht. Die neue Ocean Serie sieht optisch verdammt geil aus. So kam es, dass ich irgendwann auch ein Stativ der Ocean Serie probieren musste, denn das „Willhaben-Gefühl“ hatte wieder voll zugeschlagen. Meine Wahl fiel auf das Gitzo GT5542LOS. Eigentlich wollte ich ja der 3er Serie treu bleiben, es gibt jedoch keine 2 m hohe 3er Version mit den neuen Ocean-Lock-Verschlüssen und so entschied ich mich dafür, für die Berge ein Gitzo GT3542XLS und für alles andere ein Gitzo GT5542LOS zu nehmen. Diesen Erfahrungsbericht widme ich dem 5542LOS.


Für die Brandung wurde es gebaut, auch Salzwasser verträgt das Gitzo sehr gut.

Allgemeines:
Ich muss zugeben, anfangs war ich etwas skeptisch, 2000 EUR für ein 1,54 m kleines, 2,9 kg schweres Stativ auszugeben. Dennoch ich war sehr neugierig, was die neue Ocean Serie für diesen Preis leistet und so habe ich es kurze Zeit später in meinen Händen gehalten. Ich habe in den letzten Monaten mein neues 5542LOS ausführlich testen können, vom Hochgebirge mit Tiefschnee, über Küstenregionen mit Sturm, bis hin zu Urwäldern und ich bin begeistert.

Erster Eindruck:
Perfekt verpackt kommt das Gitzo daher. Der Lieferumfang des Gitzo GT5542OLS ist vollständig und beinhaltet unter anderem: passende Inbusschlüssel, Fett, Spikes, normale Gummifüße, ‚Schneeschuhe‘ und viel mehr. Ich bin es ehrlich gesagt nicht gewohnt, dass ich direkt das gesamte Extrazubehör mitgeliefert bekomme und somit bleiben beim Lieferumfang keine Wünsche offen.
Nun befindet sich neben dem ganzen Zubehör auch noch ein Stativ in der Verpackung und das ist vom ersten Eindruck überwältigend. Dafür wurden meine Kameras gebaut, ich bin mir ganz sicher! Die Verarbeitung ist wirklich herausragend, es wackelt nix, es fühlt sich einfach nur toll an. Aber ich will jetzt nicht mehr an dieser Stelle über das Finish erzählen, sonst könnte man noch glauben ich hätte mich verliebt. Im direkten Vergleich zur normalen Gitzo Carbonstativen, wirkt die neue OLS Reihe deutlich frischer und vom Design moderner, was mir persönlich sehr gut gefällt.


Mit Schneeschuhen ist man für den Schnee gut gerüstet.

Praxis:
Kommen wir zum Wichtigsten, wie schlägt sich das gute Stück im Praxiseinsatz? Super!
Ich dachte zunächst es wäre mir zu klein und zu schwer, aber die Höhe reicht in normalem Gelände fast immer aus und an das höhere Gewicht im Vergleich zur 3er Serie hat man sich sehr schnell gewöhnt. Im direkten Vergleich zum GT5541LS hatte ich das Gefühl, dass das LOS dickere Beine hätte, als ob es mehr eine 6er Serie sei und nicht eine 5er Serie. Tatsächlich sind nur die Verschlüsse wesentlich größer, wodurch der Hebel größer wird und man diese deutlich leichter öffnen und schließen kann. Spätestens, wenn man einmal nasse Hände oder Handschuhe an hat ist dies eine sehr schöne Sache.
Die nächste Positive Neuerung ist die Möglichkeit die Aluauflageplatte ohne zusätzliches Werkzeug wechseln zu können. Das ist wirklich Gold wert, wenn ich Beispielsweiße von meinem Novoflex Classicball 5 auf meinen Berlebach Pegasus mit 75er Halbkugel wechseln möchte, kann ich dies im Handumdrehen bewältigen ohne Werkzeug. Das ist klasse! Dies ist jedoch bei allen neuen Gitzo Carbonstativen möglich. Darüber hinaus erfreut man sich einfach am durchdachten Konzept dieses Statives, so gibt es beispielsweise zwei Bohrungen mit Schrauben zur Sicherung des Stativkopfes gegen versehentliches Verdrehen. Die normalen Serien bieten nur eine.
Nun kommen wir zum Salzwasser und Sand, der Tod eines jeden Statives. Ich muss zugeben, ich hab es provoziert und bin fast täglich von Kopf bis Fuß genässt worden von den Wellen auf La Gomera und habe das Stativ wirklich nicht geschont. Es wurde wirklich richtig nass alles. Ich war verblüfft, die Beine knarzen nicht und ich merke keinen Sand in den Verschlüssen. Man kann es also wirklich am Meer verwenden. Doch auch im Schnee bei eisigen Temperaturen hatte ich bis jetzt noch keine Probleme. Ich hielt die kleinen ‚Schneeschuhe‘ eher für einen Witz, als ich sie das erste Mal gesehen habe, weshalb ich Sie im Gebirge ausprobiert habe und tatsächlich, das Stativ versinkt mit ihnen deutlich weniger im Schnee als ohne sie.
Über die Stabilität muss ich glaube ich nix sagen, es ist das wohl stabilste Gitzo Carbonstativ und ist somit hervorragend für alle Kameras und Objektive geeignet. Jede Brennweite und Kameragehäuse hält es spielend aus.

Fazit:
Kommen wir zum Fazit, ein perfektes Stativ, ich habe bis jetzt noch kein einziges Problem mit dem Stativ gehabt. Es wurde an vielen Kleinigkeiten gearbeitet, weshalb das Stativ in der Praxis durchdacht ist und einfach funktioniert. Zudem ist das Design wirklich gelungen. Wer also so viel Geld für ein Stativ ausgeben möchte, ist mit diesem Stativ bestens bedient. Er erhält ein absolutes Topprodukt.
Mehr Informationen zu allen Gitzoprodukten findet ihr auf der Gitzo-Website.
 


Am Rand einer kleinen Wüste. Sand macht dem OLS nix aus.

NEUERE EINTRAGÄLTERE EINTRAG

Sollten in diesem Blogbeitrag irgendwelche Marken genannt, verlinkt oder erkennbar sein, so handelt es sich um Werbung, egal ob dafür eine Gegenleistung erfolgt oder nicht.

Facebook Instagram 500px