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Canon EF 4,0 16-35mm L IS, erste Eindrücke

28. Juni 2014

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Objektivtest

 


Links das Canon EF 4,0 17-40mm L USM und rechts das Canon EF 4,0 16-35mm L IS USM

Seit etwa einer Woche ist das neue Canon EF 4,0 16-35mm L IS USM im Handel erhältlich. Ich habe das Objektiv seither im Einsatz und möchte ein paar Praxiseindrücke schildern. Zunächst möchte ich etwas zur Stellung im Canonsortiment sagen. Das neue 16-35mm L IS ist keinesfalls der Nachfolger des Canon EF 2,8 16-35mm L II und auch nicht der Nachfolger des Canon EF 4,0 17-40mm L, sondern wird zwischen den beiden Objektiven seinen Platz im Canon Objektivsortiment finden. Ich vergleiche das neue Zoom vorwiegend mit dem alten 17-40mm L. Ich habe das Objektiv an der Canon EOS 5D III getestet.

Erster Eindruck:
Canon hat die Verpackung neu designed. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Ich habe lediglich das Objektiv mit der Streulichtblende entnommen. Das Objektiv ist selbsterklärend, es gibt einen IS on/off-Schalter und einen AF on/off-Schalter. Sehr schön die Streulichtblende hat nun eine Sicherung, sodass sie wirklich fest sitzt. Diese ist wie bereits vom Canon EF 2,8 70-200mm LS IS II gewohnt sehr nützlich. Mit einem Preis von 1019 EUR hört man öfter Stimmen, die behaupten das Objektiv sei so viel teurer geworden als der Vorgänger, allerdings kann ich mich daran erinnern, dass im Jahr 2003 die UVP des Canon EF 4,0 17-40mm ähnlich hoch war.
Sofort fällt auf, dass das neue 16-35mm L IS etwas größer geworden ist als das 17-40mm und leider auch etwas schwerer ist. Allgemein laufen Fokus- und Zoomring etwas schwerer, das kann allerdings auch daran liegen, dass mein 17-40er in die Jahre gekommen ist. Schön, das Filtergewinde des 16-35mm L IS ist mit 77mm nicht größer als das des Vorgängers geworden.

AF / IS / Funktion:
Eigentlich gibt es nicht viel dazu zu sagen. Es funktioniert halt.
Der Zoomring und der Fokusring laufen Sauber und haben kein Spiel. Der AF und der IS arbeiten sehr sauber. Der AF ist gefühlt schneller und treffsicherer als der des 17-40mm L. An der 1DX dürfte der Unterschied noch deutlicher werden. Der Bildstabilisator macht einen sehr guten Eindruck, er ist sehr leise und arbeitet sauber. 1/6sek konnte ich in der Praxis problemlos freihand halten. Kurzum es gibt eigentlich nix zu bemängeln. Die Naheinstellgrenze ist zum 17-40mm eigentlich unverändert und somit eher durchschnittlich.

 


Ein fast 100%iger ausschnitt eines Sonnensterns.

Bildqualität:
Soooooo, nun das spannende, die optische Qualität. Hier gibt es einige Überraschungen. Die Grundschärfe des Canon EF 16-35mm L IS ist sehr gut, bereits bei Offenblende sehr gut zu verwenden, allerdings mit einem gewissen Randabfall und Vignettierung. Zunächst erscheint die Vignettierung recht stark im Vergleich zum 17-40mm, stellt man allerdings alle Korrekturen aus, so ist das 16-35mm deutlich vignettierungsärmer als das 17-40mm. Das liegt daran, dass es noch kein passendes Profil für das neue 16-35er in der Kamera gibt. Die Randschärfe ist allerdings bei allen Blenden und Brennweiten erheblich besser als die des 17-40mm. Bereits bei Blende 8 sind sogar die äußersten Ecken gut zu gebrauchen und auch nur hier sieht man einen praxisrelevanten Randabfall. Das ist jetzt recht schwammig formuliert, deshalb möchte ich einfach ein paar andere Objektive zum Vergleich anführen. Das neue 16-35mm L IS ist in meinen Augen optisch etwas besser als das Zeiss 3,5/18mm. Allerdings optisch etwas schlechter als das Zeiss 2,8 21mm oder 2,8 15mm. Zudem sind die Vignetten der Zeiss Festbrennweiten natürlich deutlich schöner. Das ist in meinen Augen vollkommen ok. Eine teurere Festbrennweite darf ruhig besser sein als das günstigere Zoom. Sehr erfreulich sind die Chromatischen Abberationen beim neuen 16-35er. Diese fallen sehr gering aus und sind im Vergleich zum 17-40mm deutlich verringert worden.
Nun aber zur echten Überraschung , der Sonnenstern. Ich finde den Sonnenstern wirklich ansprechend und super schön, da hat Canon echt was Geiles abgeliefert. Auch das Bokeh stimmt für ein 4er Zoom.

Fazit:
Kurz und knapp, für den Naturfotografen top! Gewicht, AF, IS, Sonnenstern, optische Leistung, alles stimmt und der Preis ist fair. Gerade der Bildstabilisator erlaubt es viele Landschaftfotos noch freihand zu machen, die man sonst nur vom Stativ realisieren könnte. Einzig die Offenblende von 4,0 könnte den ein oder anderen für Nachtfotografie zu lichtschwach sein. Ich bin jedenfalls momentan sehr angetan von der Linse.


Auf dem Lusen, 1/8sek freihand, kein Problem

 


Das Bokeh bei 24mm und Offenblende.

 


Die Freistellung bei 16mm und fast offener Blende (4,5)

 


Ein 100% Ausschnitt des Bildes vorher.

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