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Canon 4,0 24-70mm L IS gut oder schlecht?

15. Januar 2016

Erfahrungsbericht, Fototechnik, Objektivtest

 


Größenvergleich Canon 4,0 11-24mm L ; Canon 4,0 16-35mm L IS ; Canon 4,0 24-70mm L IS

Ich habe in den meisten Internetforen wenig Positives über dieses Objektiv gelesen und trotzdem habe ich es mir vor über einem Jahr zugelegt. Nach so langer Zeit im Einsatz wollte ich mein persönliches Fazit ziehen und einfach ein wenig aus der Praxis berichten. Ich habe damals umgestellt vom alten 2,8er auf ein neues 4,0 24-70mm L IS. Für meine Landschaftsfotografie brauche ich keine Offenblende von 2,8 und für die zwei Tage im Jahr in denen ich wirklich 2,8 bräuchte, wollte ich den Rest des Jahres nicht mit einem schwereren Klotz bestraft werden. Gleichzeitig zählt das 24-70mm bei mir zu den am wenigsten benutzten Objektiven. Zudem kostete das Objektiv dank Cashbacks zu diesem Zeitpunkt keine 600 EUR neu.

Haptik und Handling:
Das Canon 4,0 24-70mm L IS ist wirklich kompakt und verhältnismäßig leicht. Es ist ordentlich verarbeitet, wie man es von einem L gewohnt ist. Der Bildstabilisator arbeitet sehr gut und auch der AF ist flott und treffsicher. Das Canon 4,0 24-70mm L IS hat jedoch zwei Probleme mit denen man umzugehen lernen muss. Erstens der Tubus bewegt sich beim Zoomen. Das bedeutet, wenn es regnet und man zoomt kommt sehr schnell Wasser ins Objektiv. Bei schlechtem Wetter muss man entsprechend häufig das Objektiv abtrocknen. Das ist beim Canon 2,8 24-70mm L I deutlich eleganter gelöst, da sich der Tubus hier unterhalb der Streulichtblende bewegt. Zweitens die neue „Lock“ Funktion bringt mir persönlich in der Praxis überhaupt nichts. Wenn ich einen schweren Filterhalter am Objektiv habe und nach unten fotografiere zieht es mir regelmäßig durch das Gewicht den Tubus nach unten und der Bildausschnitt verstellt sich somit schleichend. Die Lockfunktion ist jedoch nur für 24mm gedacht und entsprechend bei anderen Brennweiten nicht zu verwenden.

Bildqualität:
Ich verwende dieses Objektiv eigentlich nie bei Offenblende, das liegt nicht an der mangelnden Leistung, sondern bei der Lanschafts- und Detailfotografie sind Blenden zwischen 8 und 22 eher der Fall. Hier muss ich dem Canon 4,0 24-70mm L IS ein Lob aussprechen. Die Leistung ist durchgehend sehr gut. Es ist scharf bis an die Ränder. Die absoluten Bildecken lassen minimal nach und das an der hochauflösenden Canon EOS 5DSR. Auch die Korrektur der Chromatischen Abberationen geht soweit in Ordnung. Der Sonnenstern ist so eine Sache, er sieht nicht überragend aus, aber ich würde ihn durchaus als sehr gut bezeichnen. Insgesamt ist die Performance für Landschaftsfotografie sehr gut.

 

 


Der Sonnenstern des Canon 24-70mm L IS.

Fazit:
Also das Canon 4,0 24-70mm L IS hat seine Macken, es ist kein perfektes Objektiv. Es kostet jedoch 1/3 des 2,8er Pendants und ist dabei im Bereich der Landschaftsfotografie was die Performance angeht fast ebenbürtig und verfügt darüber hinaus über einen Bildstabilisator und einen deutlichen Gewichtsvorteil. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Objektiv, da ich es an sich selten verwende und die 2,8er Version nicht mit mir herumtragen möchte. Wer also auf Blende 2,8 verzichten kann und das Objektiv eher selten verwendet wird den Brennweitenbereich mit diesem Objektiv perfekt abdecken. Für mich ein klarer Preis/Leistungstipp!

 


Wunderbarer Wald in Norwegen; Canon 24-70mm L IS + Lensinghouse Polfilter

 

 


100% Crop aus der Ecke

 


Detailfotografie mit dem Canon 24-70mm L IS

 


100% Crop aus der letzten Aufnahme

 


Landschaftsfotografie mit dem Canon 4,0 24-70mm L IS + Lensinghouse 0,6 ND Grauverlauffilter.

 


Detailaufnahme aus dem Valle Verzasca mit dem Canon 4,0 24-70mm L IS + Lensinghouse Polfilter.

 


Herbstfärbung im Valle Verzasca ; Canon 4,0 24-70mm L IS + Lensinghouse Polfilter

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